Satellitenbilder zeigen, wie Kapstadt austrocknet

Leere Stauseen, eine 50-Liter-Beschränkung und Angst vor dem «Tag null».

In Kapstadt ist Trinkwasser seit Jahren knapp. Das liegt nicht nur an der Trockenheit, sondern auch am raschen Bevölkerungswachstum und den zahlreichen Touristen.

Zeitraffer: Der grösste Stausee Kapstadts, Theewaterskloof. Quelle: CNN/Planet.com

Die dürregeplagte südafrikanische Metropole schränkt nun den Wasserverbrauch noch stärker ein als bisher: Ab heute, Donnerstag, dürfe jeder Einwohner statt 87 nur noch 50 Liter Trinkwasser pro Tag verbrauchen, teilte die Stadtverwaltung mit.

Quelle: energie-umwelt.ch

Private Swimmingpools und Wassergärten dürften nicht mehr mit Trinkwasser nachgefüllt werden. Auch Autowäsche und das Abspritzen gepflasterter Flächen mit Trinkwasser seien verboten.

Der grösste Staudamm Kapstadts, Theewaterskloof, ist aktuell zu 13 Prozent gefüllt. Im vollen Zustand fasst der Damm bis zu 480 Milliarden Liter Wasser, das ist etwa ein Achtel des Wassers im Zürichsee.

Vorher/nachher: Der grösste Stausee Kapstadts, Theewaterskloof. Quelle: CNN/Planet.com

Ziel der Massnahmen ist es, den sogenannten Tag null hinauszuzögern, ab dem die meisten Wasseranschlüsse in Kapstadt abgeschaltet werden und sich die etwa vier Millionen Bewohner an Tankwagen versorgen müssten. Dieser Punkt ist erreicht, wenn der Durchschnittspegel der Reservebecken auf 13,5 Prozent sinkt.

Vorher/nachher: Grün dargestellt ist die Vegetation, blau sind die Seen.

Nach derzeitigen Berechnungen könnte es am 16. April so weit sein. Am Mittwoch dieser Woche lag der Pegel noch bei 26 Prozent. Die Behörden verwiesen darauf, dass die Privathaushalte etwa 70 Prozent des Trinkwassers in Kapstadt verbrauchen. Sie kündigten an, wer ab Donnerstag zu viel Wasser abzapfe, müsse Strafe zahlen oder bekomme eine Vorrichtung installiert, die den Wasserverbrauch begrenzt.

Quelle: energie-umwelt.ch

Darüber hinaus übernahmen die Behörden die Kontrolle über eine natürliche Trinkwasserquelle, an der sich Anwohner auf eigene Faust mit Wasser versorgt hatten. Das führte in dem Viertel zeitweise zu chaotischen Zuständen, verstopften Strassen und erheblichem Lärm. Vor einigen Tagen wurde eine Person nach Handgreiflichkeiten festgenommen. Vor einer weiteren Quelle wurden bereits private Wachmänner postiert.

(AP/mfe)

Erstellt: 01.02.2018, 11:43 Uhr

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