Bau von umstrittener Öl-Pipeline geht weiter

Proteste hatten den Abschluss einer Erdölleitung durch ein Indianerreservat in North Dakota gestoppt. Nach einem Dekret von Donald Trump darf nun wieder gebaut werden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Dakota Access Pipeline in den USA wird so schnell wie möglich weitergebaut. Das teilte eine Sprecherin der zuständigen Baufirma der Nachrichtenagentur AP am Mittwochabend per E-Mail mit. Kurz zuvor hatte das in Dallas ansässige Unternehmen Energy Transfers vom US-Militär die endgültige Genehmigung bekommen. Der Schritt war einen Tag zuvor bereits angekündigt worden.

Bei dem Bau geht es lediglich noch um einen Teilabschnitt unter dem Oahe-Stausee am Fluss Mississippi. Dieser könne in rund drei Monaten fertiggestellt werden, sagte Geschäftsführer Kelcy Warren. Über Monate hinweg waren die abschliessenden Bauarbeiten an dem insgesamt 3,8 Milliarden Dollar teuren Projekt zum Erliegen gekommen, weil der vor Ort ansässige Stamm der Standing Rock Sioux heftigen Protest geleistet hatte.

Trump ordnet Weiterbau an

Ein von US-Präsident Donald Trump verordnetes Dekret brachte nun im Streit die entscheidende Wende. Er hatte den Korps der Armee-Ingenieure damit aufgefordert, den Weiterbau schneller voranzutreiben. Eine auf zwei Jahre angesetzte Studie zur Untersuchung der Region und des Bauprojekts wurde damit gestoppt.

«Jetzt müssen wir alle zusammenarbeiten, damit das Projekt sicher fertiggestellt wird und so wenig Störung wie möglich in der Gemeinschaft entsteht», sagte der republikanische Senator John Hoeven aus North Dakota in einer Reaktion auf die Genehmigung. «Dies war ein sehr schwieriges Thema für jeden, der in der Region lebt und arbeitet.»

Trinkwasser gefährdet

Die Mitglieder des Stammes Standing Rock und ihre Unterstützer hatten monatelang demonstriert, weil sie unter anderem befürchteten, dass ihr Trinkwasser durch ein mögliches Leck der Pipeline verschmutzt werden könnte. Die Baufirma betonte hingegen, die Leitung sei sicher.

Am Mittwoch fanden landesweit Proteste gegen die Pipeline statt. Organisatoren erwarteten Hunderte Teilnehmer. «Heute beginnt die nächste Phase des Massenwiderstands gegen Donald Trump», sagte Dallas Goldtooth, der Chef eines indigenen Umweltnetzwerks. «Das ist unser Land, unser Wasser, unsere Gesundheit und unsere Kultur, die in Gefahr sind. Wenn Donald Trump denkt, dass wir das alles ohne Kampf aufgeben, liegt er falsch.»

Der Stamm Standing Rock hat angekündigt, den Protest auch nach der Fertigstellung des Baus fortzusetzen. Zudem will er die Auseinandersetzung weiter vor Gericht austragen. (chi/dapd)

Erstellt: 09.02.2017, 04:11 Uhr

Artikel zum Thema

US-Regierung bewilligt Pipeline in North Dakota

Video Präsident Trump hatte den Bau der Ölleitung Dakota Access per Dekret wiederbelebt. Die US-Armee ebnet nun den Weg für den letzten Bauabschnitt. Dieser führt durch den Missouri-Fluss. Mehr...

Trump genehmigt umstrittene Ölpipeline quer durch die USA

US-Präsident Donald Trump hat zwei hochumstrittene Pipeline-Projekte wiederbelebt. Vorgänger Obama hatte beide Vorhaben gestoppt. Mehr...

US-Armee stoppt Bau von Öl-Pipeline

Video Bei Protesten gegen eine Pipeline in North Dakota haben Eingeborene und Umweltschützer einen Etappenerfolg feiern können. Die Betreiberfirma und Republikaner zeigen sich erbost. Mehr...

Blogs

History Reloaded Wie stoppt man einen Hitler?

Mamablog Wenn sich gute Freunde trennen

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Die Welt in Bildern

Wer wird Präsident? Ein traditionell gekleideter Chilene, ein sogenannter Huaso, verlässt nach seiner Stimmabgabe in Santiago die Wahlkabine. (19. November 2017)
(Bild: Esteban Felix/AP) Mehr...