Trumps Mauer: «Schön anzusehen, imposant, Stahlbeton»

Jetzt wird das Wahlversprechen von Donald Trump erstmals konkret. Die US-Regierung hat eine Liste mit Anforderungen für den Mauerbau veröffentlicht.

Bislang wird ein Teil der über 3000 Kilometer langen Grenze zu Mexiko mit Metallzäunen gesichtert (Archiv).

Bislang wird ein Teil der über 3000 Kilometer langen Grenze zu Mexiko mit Metallzäunen gesichtert (Archiv). Bild: Reuters

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Die Mauer zu Mexiko ist eines von Donald Trumps grössten Wahlversprechen. Nun ist der US-Präsident einen Schritt näher an der Verwirklichung. Am Freitag publizierte das Departement für Innere Sicherheit ein Formular für Baufirmen, die sich um das Grossprojekt bewerben wollen.

Und es ist ein lukratives Geschäft: Ein einziger Auftrag kann ein Volumen von bis zu 300 Millionen Dollar umfassen. In einem ersten Schritt beantragt Trump in seinem Budgetvorschlag zuhanden des Parlaments 2,6 Milliarden für den Mauerbau, schreibt die «New York Times». Die Gesamtkosten für die geplante Grenzsicherung zu Mexiko dürften sich je nach Schätzung auf 12 bis 21 Milliarden Dollar belaufen.

Im Bewerbungsformular ist nun auch erstmals aufgeführt, welche Anforderungen die Mauer erfüllen soll. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Mauer soll aus Stahlbeton gebaut werden
  • Die Mauer soll von imposanter Höhe sein. Angestrebt werden rund 9 Meter, die Regierung will aber auch Vorschlage von mindestens 5,5 Metern Höhe in Betracht ziehen
  • Die Konstruktion soll weder mit Leitern noch mit Kletterseilen überwindbar sein
  • Auch eine Untertunnelung soll bis knapp zwei Meter unter die Erdoberfläche nicht möglich sein
  • Die Nordseite, also die den USA zugewandte Seite, soll «schön anzusehen» sein und sich von der Farbgebung und Oberfläche her in die Umgebung einfügen
  • Es soll mindestens eine Stunde dauern, mit Handwerkzeugen ein Loch in die Mauer zu schlagen
  • Die Bauweise soll kostengünstig sein
.

In einem Auswahlverfahren will die zuständige Grenzschutzbehörde einen Prototypen bestimmen, der dann umgesetzt wird. Seit Ende Februar sollen bereits über 600 Unternehmen Interesse an einer Beteiligung am Mauerbau bekundet haben. Darunter sind auch Schweizer Firmen. Jan Jenisch, Chef des Bauchemieriesen Sika, sagte damals: «Wenn Trump die Mauer tatsächlich baut – in welcher Form auch immer, dann sind wir auch beteiligt.»

USA-Mexiko: So sieht die Grenze heute aus (Video: Tamedia/Adrian Panholzer). (hvw)

Erstellt: 20.03.2017, 13:31 Uhr

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