Argentinien lehnt Legalisierung von Abtreibungen ab

Im Heimatland von Papst Franziskus hat der Senat ein Gesetz abgelehnt, das eine Abtreibung während der ersten 14 Tage erlaubt hätte.

Vor dem Senatsgebäude demonstrierten Zehntausende: Befürworter einer Legalisierung nach der Entscheidung in Buenos Aires. (9. August 2018)

Vor dem Senatsgebäude demonstrierten Zehntausende: Befürworter einer Legalisierung nach der Entscheidung in Buenos Aires. (9. August 2018) Bild: Eitan Abramovich/AFP

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Argentiniens Senat hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen abgelehnt. 38 Senatoren stimmten laut offiziellen Angaben gegen das Gesetz und 31 dafür. Zwei Senatoren enthielten sich demnach. «Der Gesetzentwurf ist abgelehnt», erklärte Senatspräsidentin Gabriela Michetti in Buenos Aires. Mitte Juni hatte die Abgeordnetenkammer des Landes den Gesetzentwurf mit einer knappen Mehrheit gebilligt. Er erlaubt eine Abtreibung während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft.

Im Heimatland von Papst Franziskus hatte die katholische Kirche leidenschaftlich gegen die Verabschiedung des Abtreibungsgesetzes gekämpft und Druck auf die Abgeordneten ausgeübt. Franziskus hatte die Bischöfe des Landes in einem Brief dazu aufgefordert, «Leben und Gerechtigkeit» zu verteidigen. 2010 legalisierte Argentinien ebenfalls gegen den heftigen Widerstand der Kirche als erstes Land Lateinamerikas die gleichgeschlechtliche Ehe.

Abtreibungsgegner feierten die Nachricht des Abstimmungsergebnisses auf dem Platz vor dem Kongressgebäude in Buenos Aires mit Jubel und Feuerwerk. Am anderen Ende der Plaza del Congreso trauerten die Abtreibungsbefürworter. Eine Handvoll Demonstranten legte Feuer und warf bei Zusammenstössen mit der Polizei Steine.

Derzeit ist in Argentinien eine Schwangerschaftsunterbrechung nur im Fall von Vergewaltigung oder Gefahr für das Leben der Mutter legal. Nichtregierungsorganisationen schätzen, dass jährlich etwa eine halbe Million Abtreibungen illegal vorgenommen werden und dabei dutzende Frauen sterben. (sep/AFP)

Erstellt: 09.08.2018, 10:37 Uhr

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