John McCains 106-jährige Mutter nimmt Abschied von ihrem Sohn

Hohe amerikanische Politiker haben den verstorbenen Senator gewürdigt. Auch Roberta McCain erwies ihrem «Johnny» Respekt.

Grosse Trauer in Washington: Roberta McCain nimmt Abschied von ihrem Sohn. Video: Tamedia/AFP

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In Abwesenheit von Donald Trump nahmen Kongressabgeordnete, Senatoren und andere Würdenträger im US-Kapitol Abschied vom verstorbenen Senator John McCain. Vizepräsident Mike Pence nannte den Kriegshelden «einen amerikanischen Patrioten». «Der Präsident hat mich gebeten, im Auftrag einer dankbaren Nation hier zu sein», sagte Vizepräsident Mike Pence am Freitag bei der Zeremonie in Washington. «Wir werden uns immer daran erinnern, dass John McCain seinem Land gedient hat – und John McCain hat seinem Land ehrenhaft gedient.»

Die Leiche des republikanischen Senators wurde am Freitag in der Rotunda im Kapitol aufgebahrt – eine Ehre, die bislang nur 30 US-Bürgern zuteil wurde, unter ihnen John F. Kennedy und die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks. Bürger haben nun die Möglichkeit, Abschied vom Ausnahmepolitiker zu nehmen, der 1982 als Abgeordneter in den Kongress einzog und dem US-Parlament von 1986 bis zu seinem Tod am vergangenen Samstag als Senator angehörte.

In der Rotunde hing hinter dem Sarg eine schwarze Flagge mit den Abkürzungen POW und MIA für Prisoner of War und Missing in Action und den Worten «Du bist nicht vergessen» – eine Erinnerung an McCains Kriegsgefangenschaft in Nordvietnam von 1967 bis 1973.

Zur Trauergemeinde gehörte McCains Witwe Cindy, seine sieben Kinder und seine 106 Jahre alte Mutter Roberta. Die 106-Jährige, die ihren Sohn «Johnny» nannte, sass in ihrem Rollstuhl in der ersten Reihe als der Sarg hineingebracht wurde. Vor dem Sarg machte sie ein Kreuzzeichen. Weitere Gäste waren der ehemalige Aussenminister Henry Kissinger, der Schauspieler und McCain-Freund Warren Beatty sowie 99 Senatoren und hunderte Mitglieder des Repräsentantenhauses.

Am Samstag ist die nationale Trauerfeier in der US-Hauptstadt geplant. Einen Tag später wird McCain auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis im Bundesstaat Maryland beigesetzt.

Bewegende Trauerrede von Joe Biden

Zuvor hatte der frühere US-Vizepräsident Joe Biden den verstorbenen McCain bei einer Trauerfeier in Phoenix (Arizona) in einer bewegenden Trauerrede gewürdigt. «Mein Name ist Joe Biden. Ich bin ein Demokrat. Und ich liebe John McCain.» McCain sei für ihn wie ein Bruder gewesen, ihre Verbundenheit habe gegenüber politischen Differenzen überwogen.

McCain sei ein «Gigant» gewesen, dessen Charakter, Mut und Integrität die Nation inspiriert habe, sagte Biden. Während seiner Ansprache wischte sich der Ex-Vizepräsident mehrfach Tränen weg, als er auf seine Freundschaft zu McCain zurückblickte, die eine vergangene Ära der Zusammenarbeit zwischen Demokraten und Republikanern in den USA markierte.

Video: Die Trauerrede von Joe Biden

«Er war ein Gigant»: Demokrat US-Vizepräsident ist sehr bewegt. (Video: Tamedia)

An dieser Trauerfeier vom Donnerstag nahmen rund zwei Dutzend Senatoren beider Parteien sowie McCains Kinder und seine Frau Cindy teil. Der einflussreiche Senator und scharfe Kritiker von Präsident Trump war am vergangenen Samstag im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors gestorben. Er gehörte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Senats. (scl/fal/sda)

Erstellt: 31.08.2018, 21:43 Uhr

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