Über 100 Tote bei Anschlagsserie in Pakistan

In einer Billardhalle in Quetta sprengte sich ein Terrorist in die Luft. Als Helfer und Journalisten eintrafen, detonierte eine Autobombe. In Quetta sowie im Nordosten des Landes wurden weitere Anschläge verübt.

Trauer und Entsetzen: Angehörige sitzen bei den Menschen, die beim Attentat ums Leben kamen. (11. Januar 2013)

Trauer und Entsetzen: Angehörige sitzen bei den Menschen, die beim Attentat ums Leben kamen. (11. Januar 2013) Bild: Reuters

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Die Zahl der Toten bei der verheerenden Anschlagsserie in Pakistan ist nach Angaben der Polizei auf mindestens 115 gestiegen. Insgesamt wurden etwa 230 Menschen bei den Anschlägen am Donnerstag in der Stadt Quetta im Südwesten und der Stadt Mingora im Nordwesten des Landes verletzt.

Besonders viele Opfer forderte ein Doppelanschlag sunnitischer Extremisten auf die schiitische Minderheit in der Provinzhauptstadt Quetta. Die Polizei in Quetta teilte mit, beim Doppelanschlag seien 82 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden.

Unter den Toten sei ein Selbstmordattentäter. Der Attentäter habe sich in einer Billardhalle in einem Schiiten-Viertel in die Luft gesprengt. Als Helfer und Journalisten eintrafen, sei eine Autobombe detoniert.

Die sunnitische Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi bekannte sich zur Tat. Die Gruppe unterhält Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida und den radikalislamischen Taliban und war an der Entführung und Enthauptung des US-Reporters Daniel Pearl im Jahr 2002 beteiligt.

Anschlag auch im Swat-Tal

Wenige Stunden zuvor waren bei einem Anschlag in Quetta nach Spitalangaben 11 Menschen getötet und 34 verletzt worden. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Grenztruppen zehn ihrer Soldaten. Die Zeitung «Dawn» berichtete, eine Separatistengruppe habe sich zu der Tat in der Hauptstadt der Provinz Baluchistan bekannt. Separatisten in der Provinz greifen regelmässig Sicherheitskräfte an.

Bei einem Anschlag im Swat-Tal in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa waren nach Angaben der Polizei mindestens 21 Menschen getötet und 75 verletzt worden. Zur Explosion kam es in der Stadt Mingora in einem islamischen Zentrum, das Prediger ausbildet. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. (chk/dapd)

Erstellt: 11.01.2013, 04:32 Uhr

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