Bundesrat spricht 12 Millionen Franken Hilfe für Rohingya

Bundespräsident Alain Berset wurde in Bangladesh wie ein König empfangen. Nun stockt der Bund die Flüchtlingshilfe auf.

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Die Schweiz stellt zusätzliche 12 Millionen Franken als Hilfe für die aus Burma geflüchteten Angehörigen der Rohingya-Minderheit zur Verfügung. Dies kündigte Bundespräsident Alain Berset am Montag bei seinem Besuch in Bangladesh an.

Fast 700'000 Rohingya sind seit dem Sommer letzten Jahres aus ihrer Heimat in der burmesischen Provinz Rhakine ins Nachbarland Bangladesh geflohen. Auslöser der war eine Offensive der burmesischen Armee, die von der Uno als ethnische Säuberung taxiert wurde.

Der Bund hatte bereits nach Ausbruch der Krise 8 Millionen Franken Flüchtlingshilfe anlässlich einer Geberkonferenz in Genf gesprochen. Nun wird befürchtet, dass sich die Lage für die Flüchtlinge in den kommenden Monaten wegen des Monsuns verschlimmert.

Abkommen ist «positiver Schritt»

Die Flüchtlingskrise war Thema der politischen Gespräche in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka. Bundespräsident Berset bedankte sich in einer Stellungnahme nach einem Treffen mit Premierministerin Sheikh Hasina für die Unterstützung, den Schutz und die Solidarität Bangladeshs mit den Vertriebenen.

Berset bezeichnete ein neues Rückübernahmeabkommen zwischen den Nachbarländern Burma und Bangladesh als «positiven Schritt für eine Lösung der aktuellen Krise». Es sei aber wichtig, dass die Rückführungen freiwillig, sicher und mit Würde durchgeführt würden.

Bis zu einer halben Million muslimischer Rohingya lebten bereits vor der Flüchtlingswelle seit Jahrzehnten in Bangladesh. Die Versorgung der neu hinzukommenden Vertriebenen setzen das Land unter Druck. Sheikh Hasina sagte gemäss der Nachrichtenagentur AP, ihr Land würde sein Bestes tun – aber Burma müsse alle Flüchtlinge aufnehmen.

Besuch der Flüchtlingslager

Bersets Reise in Bangladesh dauert vier Tage. Es ist der erste Besuch eines Schweizer Bundespräsidenten seit der Unabhängigkeit Bangladeshs von Pakistan im Jahr 1971.

Der Bundespräsident wurde mit diplomatischen Ehren empfangen: Überall in Bangladesh lächelte Berset von Plakatwänden. Einige waren begleitet von grossen Schriftzügen: «Long live his Excellency Mr. Alain Berset President of Switzerland» (zu Deutsch: Lang lebe seine Exzellenz, Herr Alain Berset, Präsident der Schweiz).

Am Montag traf er sich auch mit Staatspräsident Abdul Hamid getroffen. Zuvor hatte Berset das Nationale Märtyrer-Monument besichtigt und am Wirtschaftsforum Schweiz-Bangladesh teilgenommen, wie das Eidgenössische Departement für Inneres (EDI) mitteilte. Am Dienstag plant Berset, Rohingya-Flüchtlingslager in Cox's Bazar im Osten des Landes besuchen.

(mch/sda)

Erstellt: 05.02.2018, 17:04 Uhr

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