Anschlag in Gaziantep – Attentäter war vielleicht doch kein Kind

Der türkische Ministerpräsident nimmt die Aussage Erdogans zurück: Es könne nicht gesagt werden, ob ein Kind oder ein Erwachsener den Anschlag im Südosten des Landes verübt habe.

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Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hat nach dem Selbstmordanschlag von Gaziantep ein entschlossenes Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat angekündigt. Die Regierung werde alles tun, was nötig sei, um die türkisch-syrische Grenze von den Extremisten zu säubern. Der Anschlag in Gaziantep nahe der syrischen Grenze war der tödlichste in der Türkei in diesem Jahr.

Unter den 54 Opfern waren viele Kinder. 22 Tote seien jünger als 14 Jahre gewesen, sagte ein türkischer Regierungsvertreter am Montag. Angaben, wonach auch der Attentäter ein Kind gewesen sein soll, nahmen türkische Regierungsvertreter am Montag zurück.

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach einer Kabinettssitzung, bislang lägen keine Hinweise auf den Attentäter vor. Ob er ein «Kind oder ein Erwachsener» gewesen sei, wüssten die Behörden nicht. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Sonntag erklärt, der Attentäter sei zwischen 12 und 14 Jahre alt gewesen.

«Unsere Grenze muss von Daesh gesäubert werden»

Fast 70 weitere Menschen wurden beim dem Anschlag verletzt. Die Opfer feierten gerade die Hochzeit eines kurdischen Paares unter freiem Himmel, als der Sprengsatz explodierte. Die Regierung warf dem IS vor, die ohnehin grossen Spannungen zwischen Religions- und Bevölkerungsgruppen in der Türkei weiter schüren zu wollen, um das Land zu destabilisieren.

Nach dem Anschlag gab es in türkischen Medien Berichte, wonach die Türkei syrische Rebellen bei der Eroberung einer vom IS kontrollierten Stadt unterstützen könnte. Cavusoglu sagte darauf am Montag: «Unsere Grenze muss von Daesh gesäubert werden, und jede Unterstützung, die dafür nötig ist, werden wir zur Verfügung stellen». Daesh ist das arabische Akronym für den IS.

Der Aussenminister erklärte weiter, die Türkei sei deshalb zu einem der Hauptziele des IS geworden, weil sie Kämpfer an der Einreise nach Syrien hindere und Hunderte mutmassliche Mitglieder der Terrormiliz in der Türkei festgenommen habe. Unter anderem hatten mutmassliche IS-Attentäter im Juni am Flughafen von Istanbul 44 Menschen getötet.

(kat/sda)

Erstellt: 22.08.2016, 22:42 Uhr

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