Kurz lässt «Burka-Millionär» abblitzen

Der algerische Millionär, der Burka-Geldstrafen in Österreich zahlen will, marschierte vors Kanzleramt in Wien. Hinein kam er nicht.

Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz schenkte Rachid Nekkaz kein Gehör – wohl aber die Medien. (5. Februar 2018)


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Mit viel Facebook-Getöse kündigte der algerische Millionär Rachid Nekkaz an, er werde zehn Geldstrafen wegen Übertretung des Burkaverbots in Österreich zahlen – und zwar in bar bei Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) persönlich.

Pünktlich um 11.30 Uhr marschierte er am Montag wie angekündigt vor dem Bundeskanzleramt in Wien auf. Bei sich hatte er die Strafmandate sowie das Geld, insgesamt 950 Euro.

Ohne Termin kein Einlass

Vor Medienvertretern begehrte er Einlass ins Kanzleramt, doch von den beiden Polizisten am Eingang bekam er eine Abfuhr. Ohne Termin kein Einlass, bekam er zu hören. Er habe nächste Woche einen Termin mit Kanzler Kurz, behauptete Rachid Nekkaz. «Dann kommen Sie nächste Woche wieder», war die Antwort des Beamten.

Nekkaz liess es sich trotzdem nicht nehmen, sein Erscheinen als Erfolg und moralischen Sieg zu feiern, und liess sich in Siegerpose, mit Strafmandaten und Bargeld ablichten. Die Polizisten beobachteten die Selbstinszenierung amüsiert.

Verein will Bussen bezahlen

Das Geld für die Burka-Strafen übergab Nekkaz dem Vorsitzenden eines Wiener «Niqab»-Vereins, der die Geldstrafen für ihn einzahlen will.

Nekkaz hatte bereits in Frankreich und Belgien Bussen von Burka-Trägerinnen bezahlt. In Österreich landete er im Oktober 2017 im Spital, nachdem er angegriffen und blutig geschlagen worden war. In der Schweiz wurde Nekkaz bekannt, nachdem er angekündigt hatte, alle Bussen von Burka-Trägerinnen im Tessin zu begleichen. (chi)

Erstellt: 05.02.2018, 14:13 Uhr

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