Merkel zum vierten Mal zur Kanzlerin gekürt

Die 63-Jährige ist in Berlin von den Bundestagsabgeordneten für eine vierte Amtszeit als deutsche Kanzlerin bestätigt worden.

Wolfgang Schäuble: Der Bundestagspräsident gibt das Ergebnis der Wahl bekannt. Video: Tamedia/Reuters

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Sechs Monate nach der Bundestagswahl haben die Abgeordneten Angela Merkel als deutsche Kanzlerin wiedergewählt. Für die CDU-Vorsitzende ist es die vierte Amtszeit. Sie nahm die Wahl an.

Für Merkel votierten 364 Abgeordnete, das sind 35 weniger Stimmen als die 399 Mandate, über die die grosse Koalition aus CDU, CSU und SPD verfügt. Gegen die 63-Jährige votierten 315 Abgeordnete, neun enthielten sich. Von den 702 anwesenden Abgeordneten gaben 692 ihre Stimme ab, davon waren vier Stimmen ungültig.

Nach der Verkündigung des Ergebnisses durch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte Merkel: «Ja, Herr Präsident, ich nehme die Wahl an.» Schäuble wünschte Merkel daraufhin «von Herzen Kraft und Erfolg und Gottes Segen bei der Bewältigung ihrer grossen Aufgabe».

Im ersten Wahlgang bestätigt

Die seit 2005 amtierende Kanzlerin wurde damit wie erwartet im ersten Wahlgang bestätigt. Anschliessend wurde die CDU-Chefin im Schloss Bellevue von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine vierte Amtszeit ernannt.

Steinmeier überreichte Merkel die Ernennungsurkunde. «Herzlichen Glückwunsch, Frau Bundeskanzlerin», sagte er und wünschte Merkel «alles Gute».

Amtseid abgelegt

Nach ihrer Ernennung fuhr Merkel zurück in den Bundestag, wo sie von Wolfgang Schäuble vereidigt wurde.

«Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde», sagte Merkel. «So wahr mir Gott helfe.»

Busse für AfD-Politiker

Der AfD-Abgeordnete Petr Bystron hat von seinem Wahlzettel ein Foto gemacht und dies auf Twitter hochgeladen. Der Abgeordnete machte sein Kreuz bei «Nein». Den Tweet kommentierte Bystron mit: «Nicht meine Kanzlerin». Schäuble verhängte gemäss Geschäftsordnung eine Busse von 1000 Euro.

Nahles über knappes Ergebnis überrascht

Die SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles hat sich überrascht über das knappe Wahlergebnis für Merkel gezeigt. «Es waren mehr Gegenstimmen, als ich erwartet hätte», sagte Nahles dem Sender Welt. Zu möglichen Abweichlern aus den Reihen der SPD sagte sie, die Lage sei bei ihrer Partei «sehr geschlossen» gewesen. «Darum kann ich mich nur wundern.»

Woher die Nein-Stimmen kämen, sei «letzten Endes nicht herauszufinden», fügte Nahles mit Blick auf die geheime Wahl hinzu. (nag/SDA)

Erstellt: 14.03.2018, 09:54 Uhr

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