Neubeginn im «Bataclan» ein Jahr nach dem Terror

Am 13. November 2015 töteten Terroristen im «Bataclan» 90 Menschen. Der Pariser Musikclub feiert seine Wiedereröffnung mit einem Konzert von Sting.

«Die Schmerzen sind noch da.»: Daniel Psenny ein Jahr nach dem Anschlag auf das Bataclan. (Video: Tamedia/AFP)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein Jahr nach den Pariser Terroranschlägen beginnt das «Bataclan» neu. Mit einem Auftritt des britischen Rocksängers Sting wird der Musikclub am Samstagabend wiedereröffnet. Der Termin am Abend vor dem ersten Jahrestag der Islamisten-Attacke ist auch ein Bekenntnis.

Ziel der umfassenden Renovierung sei es gewesen, dem Saal seine Seele wiederzugeben, sagte Jérôme Langlet, der Chef des Unternehmens, dem das Bataclan gehört. Mit dem Konzert solle zum einen an die Opfer erinnert werden, erklärte Sting vorab. Zum anderen gehe es aber darum, «das Leben und die Musik zu feiern, für die dieses historische Theater steht».

Drei Islamisten mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln waren am 13. November 2015 in das «Bataclan» eingedrungen und hatten 90 Menschen ermordet. Zeitgleich verübten zwei weitere Terrorkommandos Anschläge auf Pariser Bars und am Stade de France.

Geld für Opfer-Verbände

Zu dem Konzert werden auch Angehörige von Opfern erwartet. Etwa 1000 der rund 1500 Plätze gingen in den freien Verkauf und waren nach weniger als einer halben Stunde ausverkauft. Sting spielt ohne Gage, die Einnahmen gehen an zwei Opfer-Verbände.

Das «Bataclan«-Team legte Wert darauf, bereits vor dem 13. November wieder zu öffnen, wie Co-Chef Jules Frutos dem Sender France Bleu sagte. «Ich wollte wirklich, dass es dort vorher Musik gibt.» Die monatelangen Renovierungsarbeiten wurden gerade rechtzeitig fertig. «Es ist das gleiche Bataclan, aber wir haben alles geändert», erklärte Jérôme Langlet.

Keine Reden geplant

Am Jahrestag der Anschläge sind am Sonntagvormittag Gedenkfeiern an den verschiedenen Anschlagsorten geplant, an denen auch Präsident François Hollande und Bürgermeisterin Anne Hidalgo teilnehmen. Dabei werden Gedenktafeln enthüllt, die an die insgesamt 130 Getöteten erinnern. Reden sind nicht geplant – die Verantwortlichen hatten sich in Abstimmung mit Opferverbänden für möglichst nüchterne Veranstaltungen entschieden.

Den Auftakt zu diesem Gedenkwochenende gab am Freitag bereits eine Schweigeminute im Stade de France. Das französische Fussballteam spielte dort in der WM-Qualifikation gegen Schweden. Ursprünglich war der Match von der Fifa sogar auf den Jahrestag terminiert worden, der französische Fussballverband hatte aus Respekt vor den Opfern aber eine Vorverlegung erbeten. Vor dem Match, das Frankreich mit 2:1 für sich entschied, hielten die Zuschauer kurz inne und gedachten der Opfer. (chi/sda)

Erstellt: 12.11.2016, 07:08 Uhr

Artikel zum Thema

Bataclan wird mit Sting-Konzert wiedereröffnet

Im Bataclan richteten Terroristen vor einem Jahr ein Massaker an. Nun soll wieder Musik gemacht werden. Mehr...

Schwester von Frankreich-Star spricht erstmals über Terrornacht

Antoine Griezmann spielte im Stade de France gegen Deutschland, als Maud im Bataclan-Club war. Heute stürmt er wieder gegen den Weltmeister. Mehr...

Gericht verurteilt Bruder von Bataclan-Attentäter

Karim Mohamed-Aggad muss ins Gefängnis, weil er sich in Syrien Jihadisten angeschlossen hat. Begonnen hat alles in einer Shisha-Bar. Mehr...

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Blogs

Mamablog Beisshemmung vor der Zahnspange

Geldblog Softwarefirma profitiert von Banken unter Druck

Die Welt in Bildern

Nichts für schwache Arme: Chinesische Arbeiter formen ein Tonfass in einer Porzellanfabrik in Jingdezhen (23. September 2017).
Mehr...