Ratingagentur Fitch prüft Herabstufung Grossbritanniens

In einem Monat treten die Briten aus der EU aus – falls kein Abkommen mit einer Übergangsphase geschlossen wird.

Theresa May sprach von Fortschritten in der Irland-Frage: Die Premierministerin bei ihrem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. (20. Februar 2019) Bild: Keystone

Theresa May sprach von Fortschritten in der Irland-Frage: Die Premierministerin bei ihrem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. (20. Februar 2019) Bild: Keystone

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Die Ratingagentur Fitch prüft wegen des ungewissen Ausgangs der Brexit-Verhandlungen eine Herabstufung des britischen «AA»-Ratings. Die jüngsten politischen Entwicklungen und die immer knapper werdende Zeit bis zum Austrittstermin am 29. März machten einen ungeregelten EU-Austritt immer wahrscheinlicher, erklärte die US-Ratingagentur am Mittwochabend.

Ein derartiger «No Deal»-Brexit würde zumindest kurzfristig die Aussichten für Wirtschaft und Handel in Grossbritannien erheblich stören, ergänzten die Experten. Zudem habe sich das britische Wirtschaftswachstum in den vergangenen Monaten abgeschwächt.

Offenbar Fortschritte in Irland-Frage

Premierministerin Theresa May sprach am Mittwoch nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker von Fortschritten in den Brexit-Verhandlungen. Man sei in den Gesprächen über die irische Grenze weitergekommen, sagte sie in Brüssel. Allerdings werde die Zeit knapp, um Änderungen umzusetzen.

Einer gemeinsamen Erklärung zufolge wurde besprochen, wie deutlich gemacht werden kann, dass die geplante Zollunion zwischen der EU und Nordirland nur vorläufigen Charakter hat. Einen handfesten Durchbruch konnten die Politiker nicht vorweisen. (Zur Analyse.)

Diese sogenannte Backstop-Lösung soll greifen, bis ein bilaterales Handelsabkommen geschlossen werden kann. Sie ist gegenwärtig der grösste Streitpunkt in den Verhandlungen. Ohne Einigung droht ein ungeregelter Austritt der Briten am 29. März.

Einbruch von bis zu 7 Prozent in Schottland möglich

Am Mittwoch äusserte sich der Chefvolkswirt der schottischen Regierung, Gary Gillespie, darüber, was ein solcher ungeregelter Austritt für Schottland bedeuten könnte. Gillespie hält einen Konjunktureinbruch um bis zu sieben Prozent für möglich.

Zudem dürfte der schottische Handel Schaden von einem ungeregelten Brexit nehmen. Die Ausfuhren könnten um bis zu einem Fünftel sinken. Ausserdem könnten die Geschäftsinvestitionen um bis zu einer Milliarde Pfund in diesem Jahr fallen, so Gillespie weiter. Das Pfund Sterling könnte nach Einschätzung des Volkswirts um bis zu 30 Prozent abwerten.

(mac/Reuters)

Erstellt: 21.02.2019, 06:42 Uhr

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