SPD mit Nahles im Sinkflug

Nach der Wahl von Andrea Nahles als Parteichefin sind die deutschen Sozialdemokraten laut einer Umfrage auf 17 Prozent abgerutscht.

Wenn die Kanzlerin direkt gewählt würde, würden sich nur 13 Prozent für Andrea Nahles entscheiden.

Wenn die Kanzlerin direkt gewählt würde, würden sich nur 13 Prozent für Andrea Nahles entscheiden. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auch nach der Wahl von Andrea Nahles zur neuen SPD-Vorsitzenden verharren die deutschen Sozialdemokraten im Umfragetief. In dem am Montag veröffentlichten Trendbarometer der Fernsehsender RTL und n-TV rutschte die SPD im Vergleich zur Vorwoche sogar um einen Prozentpunkt auf 17 Prozent ab. Im direkten Vergleich liegt Nahles zudem weit abgeschlagen hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Wenn die Kanzlerin direkt gewählt würde, würden sich laut der Umfrage nur 13 Prozent für die neue SPD-Vorsitzende entscheiden. Die CDU-Vorsitzende Merkel käme dagegen auf 49 Prozent. Nahles war nach monatelangen Personalquerelen am Sonntag vor einer Woche an die SPD-Spitze gewählt worden. Sie erhielt auf einem SPD-Parteitag aber nur ein mageres Ergebnis von gut 66 Prozent der Delegiertenstimmen.

Laut der Umfrage bleiben CDU/CSU mit 34 Prozent (Bundestagswahl: 32,9) klar stärkste Kraft. Drittstärkste Partei nach der SPD wären die Grünen mit 13 Prozent (8,9), knapp gefolgt von der AfD mit zwölf Prozent (12,6). Die Linkspartei liegt bei zehn Prozent (9,2), die FDP bei neun Prozent (10,7).

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der vergangenen Woche 2507 Bürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt den Angaben zufolge bei 2,5 Prozentpunkten.

Grüne geben sich angriffig

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt will ihre Partei zur führenden Oppositionskraft machen. «Wir müssen stark werden und deutlich zweistellig sein», sagte Göring-Eckardt der «Welt». Umfragen bestärkten die Partei darin, «dass wir als stärkste Kraft der Opposition wahrgenommen werden». Um zugleich die führende Kraft der linken Mitte zu werden, stehe es aber nicht im Fokus, die SPD zu überholen. «Wir müssen einfach überzeugende und umsetzbare Konzepte haben.»

Die Grünen werden nach den Worten von Göring-Eckardt ihr Profil als Umweltpartei noch weiter schärfen. Einige Forderungen der Partei würden künftig «steiler sein als in der Vergangenheit, weil die Uhr gnadenlos tickt», sagte sie. «Wenn der Klimaschutz oder das Artensterben über Jahre ignoriert werden, müssen wir umfassendere Massnahmen fordern, weil die Lücke grösser geworden ist.»

Die Grünen hatten bei der Bundestagswahl im vergangenen September 8,9 Prozent erreicht und stellen seither die kleinste Fraktion im Parlament. Die Grünen mit ihrem neuen Vorsitzenden-Duo aus Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen sich bis 2020 ein neues Grundsatzprogramm geben.

Erstellt: 30.04.2018, 13:52 Uhr

Artikel zum Thema

Die Lautsprecherin

Andrea Nahles, deutsche SPD-Spitzenpolitikerin, ist rhetorisch verhaltensauffällig. Mehr...

Andrea Nahles rügt Sigmar Gabriel

Die SPD-Chefin Andrea Nahles wirft Aussenminister Gabriel «Kampagne in eigener Sache» vor. Mehr...

Paid Post

So können Hausbesitzer viel Geld sparen

Hausbesitzer, die auf lange Sicht Energie und dadurch Geld sparen möchten, sollten Ihr Heim jetzt auf Wärmeverluste überprüfen.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Sie bringen Licht ins Dunkel: Die Angestellten einer Werkstatt in Tuntou, China, fertigen Laternen in Handarbeit. Diese werden als Dekoration für das chinesische Neujahrsfest dienen, das Anfang Februar stattfindet. (Januar 2019)
(Bild: Roman Pilipey/EPA) Mehr...