Macron zeichnet Nazi-Jäger Beate und Serge Klarsfeld aus

Die Klarsfelds spürten untergetauchte Nazi-Grössen auf: Dafür haben sie jetzt in Frankreich den höchsten Orden erhalten.

Serge und Beate Klarsfeld bei einer Gedenkfeier am Pantheon in Paris. (1. Juli 2018)

Serge und Beate Klarsfeld bei einer Gedenkfeier am Pantheon in Paris. (1. Juli 2018) Bild: Ludovic Marin/Keystone

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Bei einer Zeremonie am Montagabend im Pariser Elysée-Palast erhielt der 83-jährige Serge Klarsfeld das Grosse Kreuz der Ehrenlegion, die 79-jährige Beate Klarsfeld wurde mit dem Nationalen Verdienstorden ausgezeichnet. An der Feier nahmen neben Angehörigen und Freunden des Paares auch Frankreichs Oberrabbiner Haïm Korcia teil.

Die Klarsfelds waren massgeblich am Aufspüren einer Reihe untergetauchter Nazi-Grössen und Kollaborateure beteiligt. Einer ihrer bekanntesten Fälle war jener des Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie. In Deutschland sorgte Beate Klarsfeld vor allem mit der Ohrfeige für Schlagzeilen, die sie im Jahr 1968 dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner nationalsozialistischen Vergangenheit versetzte.

Der spätere Rechtsanwalt und Aktivist Serge Klarsfeld wurde als Kind jüdischer Eltern im rumänischen Bukarest geboren. Die Familie floh im Zweiten Weltkrieg nach Frankreich, wo Serge Klarsfeld 1943 nur knapp der Gestapo in Nizza entkam.

1950 nahm Klarsfeld die französische Staatsangehörigkeit an. 1963 heiratete er die gebürtige Berlinerin Beate Kunzel, die sich für die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit in der jungen Bundesrepublik einsetzte. (sep/sda)

Erstellt: 09.10.2018, 13:05 Uhr

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