Mehrheit will Tempolimit auf Autobahnen

Laut einer Umfrage will eine Mehrheit der Deutschen die freie Fahrt auf Autobahnen einschränken. Kritisch sehen sie hingegen die Elektromobilität.

Ist bald Schluss mit freier Fahrt auf Deutschlands Autobahnen?

Ist bald Schluss mit freier Fahrt auf Deutschlands Autobahnen? Bild: Keystone

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Die Mehrheit der erwerbstätigen Deutschen unterstützt Tempolimits auf Autobahnen. Knapp 60 Prozent der Befragten einer von der staatlichen Förderbank KfW am Montag veröffentlichten Umfrage befürworten Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Deutschlands Schnellstrassen. Laut KfW hätte das grosse Vorteile für den Klimaschutz. Insgesamt sieht eine breite Mehrheit der Befragten einen akuten Handlungsbedarf für eine «Verkehrswende».

Für die Analyse wurden 2400 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren telefonisch befragt. Die Unterstützung für das Tempolimit ist demnach ungleich verteilt: während insgesamt 70 Prozent der Frauen dafür sind, befürworten nur 35 Prozent der Männer unter 30 Jahren Tempolimts. Die Zustimmungsquoten seien höher als in Umfragen vor einigen Jahren, so die KfW. Die Vorteile einer Geschwindigkeitsbegrenzung seien niedrigerer Verbrauch und weniger Anreize für PS-starke Motoren.

81 Prozent der Befragten fordern stärkere Anstrengungen beim Klimaschutz im Verkehrssektor - die Energiewende als Ganzes unterstützen 92 Prozent. 89 Prozent sehen dabei die Autoindustrie in der Pflicht. 77 Prozent fordern die Politik auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern und 71 Prozent sind bereit, ihr eigenes Verhalten zu verändern.

«Den meisten Menschen ist klar, dass nicht nur Autokonzerne und Politik, sondern auch sie selbst etwas für den Klimaschutz im Verkehr tun können», erklärte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. Ein Drittel von ihnen gab an, bereits mehr Bus, Bahn oder Fahrrad statt des eigenen Autos zu nutzen. Neun von zehn Befragten unterstützten demnach den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs und der Fuss- und Radwege.

Frauen lehnen Elektroautos ab

Kritisch waren die Befragten gegenüber einer City-Maut oder generellen Maut für Autos: zwei Drittel lehnen solche Massnahmen zur Verringerung des Verkehrs ab. Auch gegenüber Elektroautos herrscht nach wie vor breite Skepsis: Nur 40 Prozent der Befragten ziehen beim nächsten Autokauf ein E-Auto überhaupt in Erwägung. Frauen sind dabei ablehnender als Männer. Abschreckend wirken demnach vor allem das lückenhafte Ladenetz, die geringe Reichweite und der hohe Preis. (amu/AFP)

Erstellt: 13.11.2017, 11:42 Uhr

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