Wegen Russland: Schweden mobilisiert 22'000 Reservisten

Die diplomatischen Spannungen mit Moskau hat das Königreich zu einer Teilmobilmachung veranlasst.

Zwei Reservisten stehen bei einer militärischen Übung am schwedischen Nationalfeiertag vor dem Stockholmer Schloss. (6. Juni 2018)

Zwei Reservisten stehen bei einer militärischen Übung am schwedischen Nationalfeiertag vor dem Stockholmer Schloss. (6. Juni 2018) Bild: Reuters

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Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen Russland und dem Westen hat Schweden an seinem Nationalfeiertag die umfangreichsten Militärmanöver seit Jahrzehnten angesetzt. Für die landesweiten Übungen von 40 Bataillonen am Mittwoch wurden nach Armeeangaben 22'000 Reservisten aktiviert. Es handelte sich um die erste Masseneinberufung von Reservisten seit 1975.

Nach Armeeangaben sollten Aufklärungs-, Verteidigungs- und Logistikaufgaben trainiert werden, vorwiegend auf dem Festland. Ziel der Manöver sei es, Schwedens Verteidigungsbereitschaft zu stärken und die operativen Fähigkeiten zu verbessern, sagte der Oberste Befehlshaber Micael Byden. Zudem werde die Mobilisierungskette umfassend geprüft. Die Reservisten seien «entscheidend» für die Verteidigung des Landes, sagte Byden.

Im vergangenen Monat hatte das skandinavische Land mit einer Broschüre für Aufsehen gesorgt, in der die Regierung die Bevölkerung auf einen möglichen Kriegsfall vorbereitete. In dem Papier mit dem Titel «Falls eine Krise oder ein Krieg kommt» wurde etwa erläutert, wie Lebensmittelvorräte anzulegen sind. Es handelte sich um die erste Broschüre dieser Art seit dem Jahr 1961.

Schweden hat keine gemeinsame Grenze mit Russland und ist auch nicht Mitglied der Nato. Allerdings waren zuletzt die diplomatischen Spannungen zwischen Stockholm und Moskau deutlich gestiegen, unter anderem im Zuge der Auseinandersetzungen um den Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal in Grossbritannien. Darüber hinaus warnen die Behörden vor einer Einmischung Moskaus in die für September angesetzten Parlamentswahlen in Schweden. (nag/AFP)

Erstellt: 06.06.2018, 17:55 Uhr

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