Drei Festnahmen nach Angriff auf Synagoge in Schweden

In Göteborg wurden brennende Gegenstände auf ein jüdisches Gotteshaus geworfen. «Hasskriminalität» sei nicht ausgeschlossen, sagt die Polizei.

Rund 20 Jugendliche hielten sich zum Zeitpunkt der Tat in einem angrenzenden Raum auf: Polizei am Tatort in Göteborg. (9. Dezember 2017)

Rund 20 Jugendliche hielten sich zum Zeitpunkt der Tat in einem angrenzenden Raum auf: Polizei am Tatort in Göteborg. (9. Dezember 2017) Bild: AP Photo/Sebastian Scheiner/Keystone

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Nach einem mutmasslichen Brandanschlag auf eine Synagoge im südschwedischen Göteborg hat die Polizei drei Verdächtige festgenommen. Die Polizei ermittelt derzeit wegen Brandstiftung, nannte aber keine Details zu den Verdächtigen.

«Wir arbeiten an dem Fall und können nicht kommentieren, ob sie ein Motiv angegeben haben», sagte Polizeisprecherin Ulla Brehm am Sonntag. Ermittlungen wegen Hasskriminalität seien nicht ausgeschlossen. Zum Alter der Festgenommenen machte die Polizei keine Angaben.

Politiker verurteilten die Tat

Medienberichten zufolge hatten am späten Samstagabend Jugendliche die Synagoge im Zentrum der Stadt mit brennenden Gegenständen beworfen. Auf dem Gelände der Synagoge hätten zu dem Zeitpunkt rund 20 junge Leute an einer Veranstaltung teilgenommen. Wegen des Nieselregens habe das Gebäude kein Feuer gefangen, hiess es. Verletzt wurde niemand.

Der schwedische Regierungschef Stefan Löfven und die Stadtregierung von Göteborg verurteilten den Angriff. Der Jüdische Weltkongress (WJC) forderte die schwedischen Behörden auf, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten. Terror gegen die jüdische Gemeinde in Göteborg sei Anlass zu extremer Besorgnis und Wachsamkeit, hiess es in einer Mitteilung des WJC vom Sonntag aus New York.

Sicherheitsmassnahmen verstärkt

Polizeisprecherin Brehm zufolge waren keine konkreten Bedrohungen gegen die Synagoge oder andere jüdische Einrichtungen in Göteborg bekannt. Die Polizei verstärkte als Konsequenz die Sicherheitsmassnahmen.

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Botschaft seines Landes in Israel nach Jerusalem zu verlegen, hatte es in den vergangenen Tagen Proteste in mehreren schwedischen Städten gegeben. Diese verliefen grösstenteils friedlich. In Stockholm verbrannten Demonstranten eine israelische Flagge und in Malmö riefen die Teilnehmer anti-semitische Parolen, wie der Sender Sveriges Radio berichtete. (foa/AFP)

Erstellt: 10.12.2017, 05:54 Uhr

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