«Wir werden auch diesen Kampf gewinnen»

Die Türkei äussert sich auf verschiedenen Ebenen zum Streit mit den USA. Erdogan selbst zeigt sich enttäuscht, während sein Sprecher Siegeswille signalisiert.

Die Türkei droht den USA damit, die Partnerschaft zu kündigen. Video: Tamedia/Reuters
Video: François Mori/AP/Keystone

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat im Konflikt mit den USA vor einem Ende der Partnerschaft gewarnt. Gleichzeitig drohte er die Suche nach Alternativen an.

Sollte die US-Regierung die Souveränität der Türkei nicht respektieren, «dann könnte unsere Partnerschaft in Gefahr sein», schrieb Erdogan in einem am Freitagabend veröffentlichten Gastbeitrag der «New York Times». Seine Regierung könne sich genötigt sehen, «die Suche nach neuen Freunden und Verbündeten zu beginnen», führte der türkische Staatschef weiter aus. Die Türkei habe Alternativen.

Seit sechs Jahrzehnten seien die USA und die Türkei Partner. «Unsere beiden Länder standen Seite an Seite, um sich den Herausforderungen des Kalten Krieges und deren Folgen zu stellen.» Doch in den vergangenen Jahren habe sich das Verhältnis verschlechtert.

Erdogan orientiert sich schon seit längerem nach Moskau, obwohl die Türkei Nato-Mitglied ist. Er zeigte sich unter anderem enttäuscht, dass die USA den Putschversuch vor zwei Jahren nicht verurteilten. In dem Gastbeitrag warf Erdogan der Regierung von US-Präsident Donald Trump zudem vor, den türkischen Prediger Fethullah Gülen nicht auszuliefern. Erdogan macht Gülen für den Putschversuch verantwortlich. Erdogan schrieb nun, der Putschversuch ähnele dem, «was das amerikanische Volk zweifellos nach Pearl Harbor und den Angriffen vom 11. September erlebt haben».

Das türkische Aussenministerium drohte den USA unterdessen mit Vergeltung. «Allen Schritten gegen die Türkei wird wie bislang die notwendige Antwort gegeben werden.» Mit Druck und Sanktionen könnten keine Ergebnisse erzielt werden. Und Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagte auf Twitter: «Wir werden auch diesen Kampf gewinnen.»

Inmitten der Währungskrise in der Türkei hatten die USA am Freitag den Druck auf Erdogan erhöht. Im Streit um den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson ordnete Präsident Donald Trump eine Verdoppelung der Sonderzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei an. Die Lira brach daraufhin zeitweise um etwa ein Fünftel ein. «Unsere Beziehungen zur Türkei sind derzeit nicht gut», twitterte Trump später.

Die Türkei ist seit 1950 Nato-Partner der USA. Die türkische Luftwaffenbasis in Incirlik wird von US-Streitkräften genutzt. (roy/SDA)

Erstellt: 11.08.2018, 06:07 Uhr

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