Chronologie

Das war der Aufstand gegen Ghadhafi

Als Mitte Februar in Benghazi Proteste gegen das libysche Regime ausbrachen, reagierte Ghadhafi mit Härte. Nach acht Monaten ist der Diktator tot. Die wichtigsten Stationen eines erbitterten Kampfs.

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15. Februar 2011: Beginn der Proteste gegen Ghadhafi, die in Benghazi und El Baida gewaltsam niedergeschlagen werden, sich aber bald auf andere Städte ausdehnen.

22.: Ghadhafis Justizminister Mustafa Abdel Jalil und Innenminister Abdel Fatah Junes schliessen sich den Aufständischen an.

23.: Der Osten Libyens von der ägyptischen Grenze bis nach Ajdabija ist in der Hand der Rebellen.

28.: Nach den USA verhängt auch die EU Sanktionen gegen die Regierung Ghadhafis.

März 10.: Frankreich erkennt als erstes Land den Nationalen Übergangsrat der Rebellen als «einzige Vertretung Libyens» an.

17.: Angesichts der drohenden Einnahme der Rebellenhochburg Benghazi erlaubt der UN-Sicherheitsrat zum Schutz der Zivilbevölkerung den Einsatz von Gewalt. Deutschland enthält sich bei der Abstimmung.

19.: Eine Koalition unter Führung von Frankreich, Grossbritannien und den USA beginnt mit Luftangriffen.

31.: Die Nato übernimmt das Kommando des Libyen-Einsatzes.

April 13.: Die Libyen-Kontaktgruppe, in der alle am Militäreinsatz beteiligten Staaten vertreten sind, fordert den Rücktritt Ghadhafis.

Mai 1.: Ghadhafis jüngster Sohn Seif al-Arab und drei seiner Enkelkinder werden bei einem Nato-Luftangriff in Tripolis getötet.

11.: Die Rebellen nehmen den Flughafen der Hafenstadt Misrata ein.

Juni 27.: Der Internationale Strafgerichtshof erlässt Haftbefehle gegen Ghadhafi, seinen Sohn Seif al-Islam und Geheimdienstchef Abdallah el Senussi.

Juli 15.: Die Libyen-Kontaktgruppe erkennt den Übergangsrat der Rebellen als die «einzige legitime Regierung» des Landes an.

August 21.: Die Aufständischen rücken in Tripolis ein und bringen weite Teil der Hauptstadt unter ihre Kontrolle.

23.: Den Rebellen gelingt die Eroberung von Ghadhafis Residenz.

September 1.: Die internationale Gemeinschaft gibt umgerechnet zehn Milliarden Euro an eingefrorenen libyschen Geldern wieder frei.

9.: Interpol schreibt Ghadhafi, seinen Sohn Seif al-Islam und Geheimdienstchef Senussi zur weltweiten Fahndung aus.

12.: Ghadhafis Sohn Saadi und weitere Vertraute setzen sich in den Niger ab.

17.: Die UN-Vollversammlung überträgt den UN-Sitz Libyens an den Nationalen Übergangsrat.

27. Ghadhafi versichert in einer Radioansprache, er halte sich weiterhin in Libyen auf und wolle dort als «Märtyrer» sterben.

Oktober 17.: Nach wochenlangen Kämpfen nimmt der Übergangsrat die Wüstenstadt Bani Walid ein.

19.: Die Kämpfer des Übergangsrates verstärkt die Gefechte in Sirte, der nunmehr letzten Bastion der Ghadhafi-Unterstützer. Am Abend kontrollieren die Ghadhafi-Anhänger nur noch ein Viertel der Heimatstadt des Ex-Diktators.

20.: Ghadhafi wird nach Angaben eines Kommandeurs des Nationalen Übergangsrats in Sirte gefangen genommen und ist offenbar schwer verletzt. Später bestätigt der Übergangsrat seinen Tod. (AFP)

Erstellt: 20.10.2011, 15:33 Uhr

Einer der bizarrsten Auftritte: Am 22. Februar 2011 verteidigt Ghadhafi seinen Machtanspruch in einer Festung in Tripolis unter einem Regenschirm. (Bild: AFP )

Ein Exzentriker ist tot: Muammar al-Ghadhafi in Tripolis. (8. März 2011) (Bild: Reuters )

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