Muslimisches Gift: Hass im Koran, Neid auf Israel

Während Versagerstaaten im arabischen Nahen Osten dominieren, zählt Israel zu den Erfolgsnationen. Das schürt den Judenhass bei den Muslimen.

Die Verteuflung von Juden hat bei Muslimen Tradition. Das schlägt sich im kollektiven Gedächtnis der Muslime nieder.

Die Verteuflung von Juden hat bei Muslimen Tradition. Das schlägt sich im kollektiven Gedächtnis der Muslime nieder.

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Mahmoud Abbas, der etwas in die Jahre gekommene Präsident der Palästinenser, sorgte neulich mit einer giftigen Rede über Juden für Aufsehen. Er behauptete, dass die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten etwas mit den Beziehungen der Juden zum Bankwesen zu tun habe. Diese hätten zur jahrhundertelangen Judenfeindlichkeit geführt. Nachdem diese «Geschichtslektion» international scharf verurteilt wurde, tat Abbas das, was die Welt von ihm erwartete: Er entschuldigte sich.

Allzu glaubwürdig ist dieses «sorry» freilich nicht. Denn seit Jahrzehnten geistert die Vorstellung durch die arabische Welt, dass Juden die Verantwortung für den Holocaust tragen. So meinte zum Beispiel der ägyptische Intellektuelle Abbas Mahmoud al-Aqqad, dass die Juden den Hass ihrer nichtjüdischen Umwelt geschürt hätten. Das sei der Grund dafür, dass sie bestraft worden seien. Dass al-Aqqad diese «Einsichten» kurz nach dem Eichmann-Prozess formulierte, zeigt, wie tief dieses Ressentiment sitzt.

Die Bilder, die an frühere antisemitische Hetzschriften im Dritten Reich erinnern, gehören im arabischen Raum heute zum Alltag.

Abbas ist also, leider, in bester Gesellschaft. Juden werden in arabischen Zeitungen und Zeitschriften immer negativ dargestellt, sie sind verkrüppelt, mit Furcht erregendem langem, dichten Bart, Hakennase und in Lumpen gehüllt. Die Bilder, die an frühere antisemitische Hetzschriften im Dritten Reich erinnern, gehören im arabischen Raum heute zum Alltag. Einer der hervorragendsten arabischen Philosophen, der syrisch-libanesische Kant-Spezialist Sadiq al-Azm, kritisierte bereits vor mehreren Jahrzehnten die arabische Wahrnehmung der Juden scharf. Es gebe «gegenwärtig genügend arabische Intellektuelle, die daran glauben, dass alle verruchten Eigenschaften und Bösartigkeiten essenzielle Bestandteile des Juden seien».

Die Verteuflung von Juden hat bei Muslimen Tradition, sagt der an der Wiener Universität lehrende Ednan Aslan: «Das schlägt sich im kollektiven Gedächtnis der Muslime nieder.» Bereits bei der Entstehung des Islam war die neue Religion dem Judentum feindselig gegenübergestanden. Die Juden wurden als Konkurrenten gesehen und ihr Glaube verteufelt, weil sie nicht an Allah glaubten. Bis heute wirke das nach, wie Aslan anhand einer Befragung von muslimischen Asylbewerbern in Graz belegen kann, die in der Basler Zeitung publiziert wurde. Fast die Hälfte der Befragten sind nicht nur der Überzeugung, dass Juden und Christen vom richtigen Weg abgekommen seien. Sie bejahen auch die Frage, ob Juden «zu viel Einfluss auf der Welt haben». 44 Prozent der Asylbewerber empfinden die jüdische Religion gar als «schädlich für die Welt.»

Was den Arabern im Nahen Osten nicht gelungen ist – einen florierenden Staat und eine boomende Wirtschaft aufzubauen –, hat Israel in den vergangenen 70 Jahren geschafft.

Der Gründervater und Chefideologe des Islamismus, der Ägypter Sayyid Qutb (1906 –1966), hat den alten Hass in den frühen 1950er-Jahren, also kurz nach der Staatsgründung Israels, auf eine moderne Grundlage gestellt. In seinem Essay «Unser Kampf mit den Juden» charakterisiert Qutb den Nahostkonflikt als «kosmischen und schicksalhaften» Krieg, der bereits vom Propheten lanciert worden sei. Qutb geniesst auch fünf Jahrzehnte nach seinem Tod höchstes Ansehen bei Islamisten. Im arabischen Raum gehört er nach wie vor zur Pflichtlektüre.

Die Gründung Israels war für Qutb eine schlimme Demütigung, weil dies der Erfolg eines Volkes war, das zuvor nur als «dhimmis», als Schutzbefohlene, in den muslimischen Ländern hatte leben dürfen. Seither ist eine gehörige Portion Neid hinzugekommen. Was den Arabern im Nahen Osten nicht gelungen ist – einen florierenden Staat und eine boomende Wirtschaft aufzubauen –, hat Israel in den vergangenen 70 Jahren geschafft. Während Versagerstaaten im arabischen Nahen Osten dominieren, zählt Israel zu den Erfolgsnationen. Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, sagen sich Muslime entsetzt und verzweifelt. Und suchen im Koran und bei Qutb nach Erklärungsansätzen. Was ihren Hass zusätzlich alimentiert. (Basler Zeitung)

Erstellt: 08.05.2018, 14:50 Uhr

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