Schiiten im Irak protestieren gegen Saudiarabien

Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr empört auch dessen Glaubensgenossen im Irak. Sie fordern Massnahmen gegen Saudiarabien.

Schiiten demonstrieren in mehreren irakischen Städten gegen die Hinrichtungen in Saudiarabien: Proteste in Basra.

Schiiten demonstrieren in mehreren irakischen Städten gegen die Hinrichtungen in Saudiarabien: Proteste in Basra. Bild: Haidar Mohammed Ali/AFP

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Mehrere Tausend Menschen haben im Irak gegen die Hinrichtung eines bekannten schiitischen Geistlichen in Saudiarabien protestiert. In der Hauptstadt Bagdad zogen am Mittwoch Anhänger schiitischer Milizen auf den Tahrir-Platz. Einige trugen Uniformen.

Auch schiitische Parlamentsabgeordnete nahmen an dem Protest teil. Die Demonstranten riefen die irakische Regierung in Sprechchören auf, die diplomatischen Beziehungen zu Riad abzubrechen und den saudischen Botschafter des Landes zu verweisen.

Schiitische Regierung eng mit Iran verbunden

Auch in anderen Städten zogen Schiiten auf die Strasse, darunter in der südirakischen Stadt Basra. Dort forderte einer der wichtigsten Anführer schiitischer Milizen, Kais al-Chasali, die Hinrichtung saudischer Gefangener im Irak.

Die von Schiiten dominierte Regierung im Irak und die schiitischen Milizen sind eng mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbunden. Das sunnitische Saudiarabien hatte am Wochenende den oppositionellen schiitischen Geistlichen Nimr Bakr al-Nimr und 46 weitere Menschen hinrichten lassen. Eine aufgebrachte Menge stürmte danach die saudische Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran. (ofi/sda)

Erstellt: 06.01.2016, 18:07 Uhr

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