Trotz Waffenruhe kommt es zu neuen Gefechten in Jemen

Für die umkämpfte Hafenstadt Hodeida wurde eine Waffenruhe vereinbart. Diese währte offenbar nicht lange.

Angehörige der Huthi-Rebellen haben sich in Sanaa versammelt, um ihre Unterstützung für die Friedensgespräche in Schweden zu zeigen. (AP Photo/Hani Mohammed)

Angehörige der Huthi-Rebellen haben sich in Sanaa versammelt, um ihre Unterstützung für die Friedensgespräche in Schweden zu zeigen. (AP Photo/Hani Mohammed)

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In der jemenitischen Hafenstadt Hodeida ist es am Freitag trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu Kämpfen gekommen. Im Süden sei Artilleriefeuer zu hören gewesen, sagte ein Bewohner, ein anderer erzählte von Gefechten im Osten.

Beide Seiten hatten am Donnerstag bei von der UNO vermittelten Gesprächen in Schweden eine Feuerpause vereinbart, die in der Nacht zum Freitag in Kraft trat. Saudiarabien und der Iran begrüssten unterdessen die Einigung auf eine Waffenruhe für den strategisch wichtigen Hafen Hodeida.

Bei der Übergabe des Hafens handle es sich um einen «wichtigen Schritt», um das Leiden der Menschen zu beenden. Das teilte das Aussenministerium in der Hauptstadt Riad am Freitag mit, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete.

Der Iran, der auf Seite der Huthi-Rebellen steht, begrüsste die Entwicklung ebenfalls als «wichtige Einigung», die «Anlass zur Hoffnung für weitere Verhandlungen» gebe, wie es aus Teheran hiess.

Das Aussendepartement (EDA) in Bern sprach von einem «Durchbruch im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Friedensprozesses».

Die Gespräche hätten zum Abschluss von drei Erklärungen geführt, heisst es in einer EDA-Mitteilung vom Freitagabend – «namentlich zu einem Waffenstillstand in der Hafenstadt Hodeida, zur Schaffung eines gemischten Komitees in der Stadt Taiz sowie zu einem Gefangenenaustausch». Die Schweiz rufe die beiden Seiten auf, alles zu tun, um diese Vereinbarung so rasch wie möglich umzusetzen, heisst es weiter.

Unverzügliche Waffenruhe vereinbart

Jemens schiitische Huthi-Rebellen und die Regierung hatten am Donnerstag zum Abschluss der Friedensgespräche in Stockholm eine Waffenruhe für Hodeida vereinbart, die unverzüglich in Kraft treten sollte.

Die Einigung sieht vor, dass sich beide Seiten aus der Stadt zurückziehen. Stattdessen soll die Uno-Präsenz verstärkt werden. Am Freitag wollte sich auch noch der Uno-Sicherheitsrat in New York mit den Ergebnissen der Verhandlungen befassen.

Der bislang von den Huthis kontrollierte Hafen ist zentral für die Versorgung des Landes. Er gilt als Lebensader vor allem für Jemens Norden. Nach Beginn der Waffenruhe sollen nach Angaben der Uno wieder Güter und Hilfslieferungen über Hodeida ins Land gebracht werden.

Humanitäre Krise

Wegen des Konfliktes erlebt der Jemen nach Uno-Einschätzung die weltweit schwerste humanitäre Krise. 20 Millionen Menschen haben grosse Schwierigkeiten, an ausreichende Lebensmittel zu kommen - das sind etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef warnte, alle zehn Minuten sterbe ein Kind an Krankheiten und Mangelernährung.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen seit mehr als vier Jahren gegen Anhänger der international anerkannten sunnitischen Regierung. Deren Truppen werden von einer Militärkoalition unter Führung Saudiarabiens mit Luftangriffen unterstützt.

Das sunnitische Saudiarabien sieht in den Huthis Verbündete seines schiitischen Erzfeindes Iran. Seit Monaten versuchen Kämpfer der Regierung, Hodeida einzunehmen. (nag/SDA)

Erstellt: 14.12.2018, 22:51 Uhr

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