Wenn Terror ein Schulfach ist

Die Palästinenser setzen weiter auf Gewalt und preisen Terroristen als Vorbilder, die es nachzuahmen gilt. Der Jihad als zentraler Stellenwert im Palästinensischen Lehrangebot.

Palästinensische Schulbücher sind eine Erziehung für Krieg und gegen Frieden mit Israel.

Palästinensische Schulbücher sind eine Erziehung für Krieg und gegen Frieden mit Israel. Bild: Keystone

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Schockiert und voller Wut verurteile sie den Terror-Angriff auf die al-Rawda Moschee im nördlichen Sinai, bei dem mehr als 300 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden: Das schrieb die palästinensische Politikerin Hanan Ashrawi kurz nach dem Massaker vom 24. November.

Ashrawis Schuld und Wut in Ehren – aber sie sollten sich ebenso gegen den Terror ihrer Landsleute richten. Die 71-jährige Chefin der PLO-Abteilung für Kultur und Information kann ja nicht vergessen haben, dass die Organisation, die sie vertritt, mit brutalen Terrorattacken berühmt-berüchtigt geworden ist. Und es kann der ehemaligen Ministerin für höhere Bildung nicht entgangen sein, dass die palästinensischen Schulbücher dem Terror huldigen, wie eine 108 Seiten starke Studie im Detail beschreibt.

Terror werde mit nationalistischen und religiösen Motiven gepriesen, heisst es in der neuen Untersuchung von Impact-se, einer NGO, die im Mittleren Osten den Inhalt von Schulbüchern überprüft. Palästinensische Schulbücher, so das Institute for Monitoring Peace and Cultural Tolerance in School Education, seien eine Erziehung für Krieg und gegen Frieden mit Israel.

Der Jihad hat einen zentralen Stellenwert im Lehrangebot.

Die Begriffe «Frieden» und «Zwei-Staaten-Lösung» werden ausschliesslich in einem negativen Zusammenhang erwähnt. Bisherige Vereinbarungen zwischen den Palästinensern und Israel werden kaum erwähnt. Stattdessen werden die Kids mehrfach davon überzeugt, ihr Leben zu riskieren und als Märtyrer zu sterben.

Der Jihad hat einen zentralen Stellenwert im Lehrangebot. Den Studenten wird beigebracht, dass die palästinensische Regierung die Familien von Märtyrern oder Verletzten unterstütze. Anspielungen finden sich zudem auf Jungfrauen, die im Jenseits auf Märtyrer warten würden. Wer «bloss» eine eigene Karriere verfolge, wird hingegen als «Feigling» lächerlich gemacht.

Prominent vertreten sind auch die Ideologien der Muslimbrüderschaft und der fundamentalistischen Salafi. Dazu gehören unter anderem Hinweise auf Polygamie oder Andeutungen, wonach das Halten von Sexsklaven akzeptabel sei. Auffalend ist der zunehmende Stellenwert des Islamismus, schreiben die Autoren der Studie.

Die PLO setzt weiter auf Gewalt. Sie preist Terroristen als Vorbilder, die es nachzuahmen gilt. So lobt sie in diesen Tagen die Selbstmörderin Shadia Abu Ghazaleh, die 1968 beim Basteln einer Bombe, die sie für eine «Operation», also ein Selbstmordattentat, vorbereitet hatte, ums Leben kam. Um das Andenken an die «Märtyrerin» in Erinnerung zu rufen, hat die Palästinensische Autonomiebehörde neulich eine Schule nach ihr benannt.

Hanan Ashrawi lehnt Terror nicht ab, weil sie ihn für unmoralisch, ungerecht oder grausam hält.

Je mehr Menschen ein Palästinenser umgebracht hat, um so höher ist sein Ansehen. So wurde zum Beispiel ein Jugend-Fussballturnier nach Abd Al-Baset Udeh benannt, der an einem jüdischen Feiertag 30 Juden umbrachte. Sein Bruder durfte, eine besondere Anerkennung, den Turniersiegern die Trophäen verteilen.

Nach Dalal Mughrabi, die zusammen mit anderen Terroristen 1978 37 Menschen getötet hat, sind palästinensischee Sommerlager, Schulen oder Sportanlässe benannt. Mughrabi hatte ihr Massaker im Namen der Fatah durchgeführt, die grösste Partei innerhalb der PLO. Seit Kurzem trägt auch eine Schule in Ramallah den Namen Mughrabi, die bei der Jugend als Heldin gefeiert wird.

Wenn Hanan Ashrawi jetzt Mitleid mit den Opfern des Massakers im Sinai zeigt, kann das nicht tief empfundenes Mitleid sein. Sie lehnt Terror nicht ab, weil sie ihn für unmoralisch, ungerecht oder grausam hält. Ihr «Nein zum Terror» hat pragmatische Gründe. Sie hält ihn für «kontraproduktiv», weil er der palästinensischen Sache schade und weder dem Anliegen der PLO noch der Freiheit und Gerechtigkeit diene. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 15:29 Uhr

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