Iran erhöht Zahl der Uran-Zentrifugen

Nach dem Atomabkommen von 2015 hatte der Iran die Zahl seiner Zentrifugen eigentlich deutlich reduziert.

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Der Iran unternimmt einen ersten Schritt zur erneuten Ausweitung seiner Urananreicherung. Die Führung in Teheran informierte am Dienstag die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) über das Vorhaben, die Zahl seiner Uran-Zentrifugen zu erhöhen

Zugleich erklärte sie, die neuen Uran-Zentrifugen bedeuteten keinen Verstoss gegen das von den USA aufgekündigte internationale Atomabkommen von 2015. Vize-Präsident Ali Akbar Salehi sagte weiter, der Schritt bedeute überdies nicht das Scheitern der Gespräche mit den Europäern über die Rettung des Abkommens.

Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei hatte am Montag gesagt, die Europäer dürften nicht erwarten, dass der Iran die neuen US-Sanktionen erdulden werde und zugleich weiterhin die Einschränkung seines Atomprogramms akzeptiere. Dies sei ein «Traum», der niemals wahr werde.

Salehi sagte nun, der Iran habe die IAEA am Montag per Brief über die Entscheidung zur Herstellung neuer Zentrifugen informiert. Womöglich könne schon Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natans ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden. Die Herstellung neuer Zentrifugen bedeute aber nicht, dass diese sofort installiert würden, sagte Salehi, der auch Leiter der iranischen Atomenergiebehörde ist.

Israel reagiert scharf

Die israelische Regierung verurteilte die iranischen Vorbereitungen für eine unbegrenzte Urananreicherung am Dienstag scharf und drohte dem Land mit einem militärischen Angriff. Regierungschef Benjamin Netanyahu erklärte in einer Videobotschaft, Iran wolle «ein Arsenal von Atombomben» produzieren, um Israel zu zerstören. «Wir sind nicht überrascht. Wir werden dem Iran nicht gestatten, sich Nuklearwaffen zu verschaffen.»

Geheimdienstminister Israel Katz erklärte, wenn die Führung in Teheran ihr Programm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufnehme, werde «eine internationale Koalition unter US-Führung den Iran vorwarnen und dann militärisch angreifen». Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nannte die Ankündigung Teherans «ein Zeichen von Massenhysterie und Panik innerhalb der iranischen Führung».

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte nach seiner Unterredung mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu in Paris, es gehe darum, «die Lage zu stabilisieren und nicht einer Eskalation nachzugeben», die zu einem «Konflikt» führen könne. Teherans Erklärungen bedeuteten keinen Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015. In Anspielung auf Trump fügte Macron hinzu, wer das Abkommen aufkündige, ermutige die andere Seite nicht zur Einhaltung des Vertrags. Allerdings sei das Abkommen nicht «völlig zufriedenstellend» und müsse überarbeitet werden.

Trump mit Alleingang

Der Iran hatte in der Folge des internationalen Atomabkommens von Juli 2015 die Zahl seiner Zentrifugen in Natans und der Urananreicherungsanlage Fordo deutlich reduziert. Zudem sagte Teheran zu, seine Vorräte hochangereicherten Urans zu beseitigen und Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Das Abkommen erlaubt dem Iran aber, neue Zentrifugen herzustellen, solange er sie nicht vor 2025 in Betrieb nimmt.

Die Urananreicherung dient der Herstellung von Brennstoff für Atomkraftwerke, höher angereichertes Uran kann auch zu medizinischen Zwecken verwendet werden. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist zugleich ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Der Iran hat stets bestritten, nach Atomwaffen zu streben, und betont, dass seine Atomanlagen ausschliesslich zivilen Zwecken dienten.

US-Präsident Donald Trump entschied Anfang Mai jedoch, sich aus dem Atomabkommen zurückzuziehen und die ausgesetzten Finanz- und Handelssanktionen gegen Teheran wieder einzusetzen. Der Iran warnte daraufhin, dass er die Urananreicherung wieder hochfahren werde, wenn die europäischen Vertragspartner ihm nicht konkrete Garantien geben würden, um die iranische Wirtschaft vor den neuen US-Sanktionen zu schützen. (sep/AFP)

Erstellt: 05.06.2018, 14:33 Uhr

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