Verhafteter Schweizer hat sich in Genf radikalisiert

Der in Marokko unter Terrorverdacht verhaftete Schweizer ist ein ehemaliger Genfer Kleinkrimineller und Fan des Fussballclubs Servette FC.

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Bei dem in Marokko unter Terrorismusverdacht verhafteten schweizerisch-spanischen Doppelbürger handelt es sich um den 25-jährigen Genfer K.Z.* Die marokkanischen Behörden vermuten eine Verbindung zwischen ihm und den Mördern zweier skandinavischer Touristinnen.

Ein Mordkommando, das sich zum Islamischen Staat (IS) bekannte, hatte Mitte Dezember eine 24-jährige Dänin und eine 28-jährige Norwegerin enthauptet. Dem Genfer K.Z. werfen die marokkanischen Behörden nun vor, er habe Nordafrikaner für Terrorattentate auf ausländische Ziele rekrutieren wollen. Dazu seien auch Anschläge auf Sicherheitskräfte geplant gewesen mit dem Ziel, sich deren Waffen zu bemächtigen.

Ausserdem soll K.Z. einige der im Zusammenhang mit den blutigen Morden verhaftete Personen im Schiessen und in verschlüsselter Kommunikation ausgebildet haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Als notorischer Kleinkrimineller bekannt

In Genf lebte K.Z. unter anderem im Quartier Les Grottes gleich hinter dem Hauptbahnhof. Am Brunnen auf der Places des Grottes fanden offenbar manchmal Saufgelage einer Jugendgruppe statt, zu der auch K.Z. gehörte. 2011 soll der Jugendliche zum Islam konvertiert sein. Fortan nannte er sich Abdallah. Laut Angaben von Fedpol war K.Z. bei der Polizei als notorischer Kleinkrimineller bekannt, unter anderem wegen Drogendelikten, Einbruchs und häuslicher Gewalt.

Laut Fernsehen SRF stand K.Z. ausserdem mit mindestens einem Genfer in Kontakt, der sich dem IS in Syrien und Irak angeschlossen hat. Er radikalisierte sich offenbar immer mehr und wanderte angeblich 2015 nach Marokko aus. Laut seinem Profil auf Facebook war K.Z. ein glühender Anhänger des Genfer Fussballclubs Servette FC und gehörte möglicherweise sogar der Ultra-Fangruppierung «Section Grenat» an.

Video: Genfer in Marokko abgeführt

Ein Video auf Facebook soll den mutmasslichen Schweizer Terroristen in Marokko bei seiner Abführung zeigen. (Quelle: Facebook)

Anders als in Genf, wo er häufig kahlgeschoren auftrat, trug K.Z. bei seiner Verhaftung in Marokko lange schwarze Haare sowie einen buschigen Bart und Schnauz, wie auf einem Video zu sehen ist. K.Z. wäre nicht der erste mutmassliche islamistische Terrorist, der ursprünglich aus der Verbrecherszene stammt und früher mit Drogen und Alkohol zu tun hatte.

*Name der Redaktion bekannt. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 01.01.2019, 17:14 Uhr

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