De Niro und der e-Niro

Mit dem SUV-Stromer e-Niro zeigt Kia, wie Elektromobilität im Alltag geht – von der Reichweite bis zum Preis.

Man sieht ihm den Stromer fast nicht an: Der e-Niro erinnert formal an keines der bisherigen Elektroautos im Klein- oder Kompaktwagensegment. Foto: PD

Man sieht ihm den Stromer fast nicht an: Der e-Niro erinnert formal an keines der bisherigen Elektroautos im Klein- oder Kompaktwagensegment. Foto: PD

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Phonetisch klingt es gleich, fast gleich – de Niro und e-Niro. Doch damit hat es sich. Zwar kennt ­Robert de Niro, der zweifache Oscar-Preisträger, die leisen Töne auch – im Film. Doch auf den Leib geschrieben waren ihm andere Rollen: laute, manchmal auch ruppige. So wie im Boxer-Drama «Wie ein wilder Stier» von Meisterregisseur Martin Scorsese, für das de Niro nicht nur ein Jahr lang ins Boxtraining ging, sondern wettkampfmässig in den Ring stieg. Der e-Niro hingegen, der auf vier Rädern, ist als reiner Stromer immer lautlos. Trotzdem spannen der leise und der laute Niro jetzt zusammen.

485 Kilometer ab Steckdose

Seit Anfang Dezember ist der heute 75-jährige US-Schauspieler Markenbotschafter für den Kia-Stromer. Und wenn ­Robert de Niro in TV-Spots verkündet, der e-Niro komme mit seiner Reich­weite und seinem vergleichsweise tiefen Preis genau richtig, um nach wie vor bestehende Hürden beim Kauf eines Elektrofahrzeugs aus dem Weg zu räumen, dann bringt er das Problem auf den Punkt. Kia sucht es mit e-Niro so zu lösen: zero Emission bei einer Reichweite von bis zu 485 Kilometer und einem Preis, der in der Schweiz zwischen 35000 und 40000 Franken liegen dürfte. Das alles in der Form eines trendigen, kompakten SUV.

Den e-Niro wird Kia bei uns mindestens ein Drittel günstiger anbieten als Tesla sein Model 3 – wenn denn die beiden Stromer 2019 auf den europäischen Markt kommen. Ursprünglich hat Elon Musk sein Volumenmodell zwar zu einem Preis von 35000 Dollar angekündigt, doch jetzt soll der kompakte Luxus-Stromer aus Kalifornien mit einer Reichweite von 544 Kilometern 59400 Franken kosten. Und die Performance-Version wird mit 71300 noch wesentlich teurer.

Für den e-Niro sind die Schweizer Preise zwar noch nicht fixiert, aber die Vorgaben der Koreaner für den deutschen Markt lassen Rückschlüsse zu. In der Basisversion mit 100 kW-Motor (136 PS) und bei einer Reichweite von 289 Kilometer liegt der Einstiegspreis bei 34300 Euro, mit dem stärkeren Antrieb (150 kW, 204 PS) und einer Reichweite von 485 Kilometer steht der e-Niro mit 38090 Euro auf der deutschen Preisliste. Ziel von Kia Schweiz ist es, auch die stärkere der beiden Versionen bei der Markteinführung im Juni nahe an der 40000-Franken-Grenze zu halten.

Tempo kostet Reichweite

Neben dem Preis – Argument Nummer 1 beim Kauf eines Elektroautos – und der Reichweite – Argument Nummer 2 – spielen die Koreaner noch einen dritten Trumpf aus: Der e-Niro ist zusammen mit dem Hyundai Kona, der aus dem gleichen Konzern kommt, der weltweite erste Kompakt-SUV, der stromt. Mit Ausnahme des geschlossenen Kühlergrills, hinter der die Ladebuchse steckt, erinnert er formal an keines der bisherigen Elektroautos im Klein- oder Kompaktwagen-Segment. Im Gegenteil: Der e-Niro gibt sich fast schon dynamisch und gefällt mit guter Qualität – auch innen.

Und so fährt er sich auch: Beeindruckend ist die ansatzlose Zwischenbeschleunigung, die jedes Überholmanöver zum Kinderspiel macht. Auch dann, wenn es bergauf geht. Und mit dem tiefen Schwerpunkt, für den die 450 Kilogramm schwere Batterie im Wagenboden sorgt, sind auch zügig gefahrene Kurven für den vorderradgetriebenen e-Niro kein Problem. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Kia 167 km/h an. Fährt man auf der Autobahn konstant mit 120 km/h, dann sinkt die Reichweite allerdings auch beim e-Niro rapide. So, wie bei jedem anderen Elektro-Auto bisher auch.

Wird trotz aller Rekuperationsfähigkeit das Nachladen unumgänglich, sind laut Kia verschieden lange Ladevorgänge möglich. An einer Schnellladestation sollen 42 Minuten genügen, um den Akku von 20 wieder auf 80 Prozent zu bringen. An einer konventionellen Steckdose hingegen kann das gleiche Prozedere bis zu 18 Stunden dauern. Auf die Batterie, die im Kaufpreis inbegriffen ist, geben die Koreaner sieben Jahre Garantie.

Peter Hegetschweiler fuhr den e-Niro auf Einladung von Kia Schweiz am 10./11. Dezember in Südfrankreich. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 03.01.2019, 06:10 Uhr

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Kia e-Niro

Modell: Elektro-SUV

Masse: Länge 4355 mm, Breite 1805 mm, Höhe 1545 mm, Radstand 2700 mm

Kofferraum: 451 bis 1405 Liter

Antrieb: Zwei Elektromotoren mit 100 kW (136 PS) oder 150 kW (204 PS)

Fahrleistung: Von 0 auf 100 km/h in 7,8 bis 9,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 155 bis 167 km/h

Verbrauch: 15,3 bis 15,9 kW auf 100 Kilometer

CO?-Ausstoss: 0 Gramm

Markteinführung: Juni 2019

Preis: Noch nicht bekannt

Infos: www.kia.ch

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