Der Macan schlägt alle

Kein anderer Porsche verkauft sich weltweit besser als der Macan. Damit es so auch bleibt, gibt es für den kleineren der beiden SUV aus Zuffenhausen jetzt ein Facelift.

Gemäss Hersteller das «Maximum an Sportlichkeit im SUV-Segment»: Porsche Macan. Foto: Porsche

Gemäss Hersteller das «Maximum an Sportlichkeit im SUV-Segment»: Porsche Macan. Foto: Porsche

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Drei Zahlen haben das Image der Marke nachhaltig geprägt, der 911 gilt seit 55 Jahren als Porsche schlechthin. Mit drei Buchstaben, die inzwischen ebenfalls zum Begriff geworden sind, taten sich die Zuffenhausener hingegen schwer. Geht das? Darf Porsche das? Einen SUV bauen? Viele, die sich ob dieser Frage echauffierten, machten daraus sogar eine Grundsatzfrage. Und auch beim Hersteller musste «eine schwierige Entscheidung» richtig getroffen werden, wie man heute gerne zugibt. Gerne? Klar doch, wo nach dem Cayenne (2002 lanciert) auch der Macan bei den Verkäufen auf Rekordkurs fährt. Und so stellt sich heute die Grundsatzfrage eigentlich umgekehrt: Wo würde Porsche stehen, hätten die Zuffenhausener damals nicht mutig und richtig entschieden?

Das Potenzial genutzt

Schon der Cayenne machte, wenn auch mit gewissen Anlaufschwierigkeiten, klar, welches Wachstumspotenzial auch ein Sportwagenhersteller in diesem «explodierenden» Segment generieren kann. Von anfänglich 25'000 Einheiten pro Jahr steigerte Porsche das Verkaufsvo­lumen seines grossen SUV bis heute um mehr als das Dreifache. Auch – und vor allem – dank des chinesischen Marktes, der rund ein Drittel ausmacht. Und so avancierte der Cayenne rasch einmal zu Porsches absolutem Topseller.

Jetzt wird der Cayenne, dieser Porsche-Überflieger, sogar noch getoppt – vom «kleinen» Bruder Macan. Fast 400'000-mal werden ihn die Zuffenhausener bis zum Ende seines vierten Produktionsjahres verkauft und dabei 80 Prozent Neukunden gewonnen haben. Behauptet jedenfalls Porsche.

Was für ein Erfolg des Modells, das Designchef Michael Mauer als «Maximum an Sportlichkeit im SUV-Segment» preist. Und weil Erfolg hungrig macht auf mehr, wertet Porsche den Macan mit einem Facelift ein erstes Mal auf. Mit schärfer gezeichnetem Heck, mit stärkeren Motoren und einem Update beim Infotainment.

Knackiges SUV-Heck

Optisches Highlight des neuen Macan ist das durchgehende dreidimensionale LED-Heckleuchtband, welches das für SUV-Verhältnisse eh schon knackige Heck noch prägnanter macht. Bei den ebenfalls neu gestalteten Hauptscheinwerfern mit adaptiver Lichtverteilung kommt neu LED-Technik serienmässig zum Einsatz. Und die moderat überarbeitete Front macht den Macan noch eine Spur bulliger als bisher, die bis zu 21 Zoll grossen Räder lassen ihn optisch noch satter auf der Strasse stehen.

Auch wenn Entwickler Jonas Pieper bei der Präsentation im November auf Mallorca betonte, Fahrdynamik sei beim Macan genauso «Kernkompetenz» wie bei jedem anderen Porsche, so zeigt sich erneut, dass Dynamik und SUV halt doch nicht in allen Belangen kompatibel sind. Den Spurt aus dem Stand – in der Basisversion sind es 6,1 Sekunden, beim Macan S 5,1 Sekunden – schafft der 1,8 Tonnen schwere Athlet zwar nicht weniger imponierend, vor allem in Kurven verflüchtigt sich das wahre Porsche-Feeling dann aber doch ziemlich schnell. Das hohe Gewicht und der verhältnismässig hohe Schwerpunkt setzen auch einem Porsche gewisse Grenzen. Doch den Spagat zwischen Sportlichkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit kriegen die Zuffenhausener beim Macan absolut perfekt hin.

Apropos Komfort: Auch der «kleine» SUV setzt jetzt auf die aktuelle Version des Porsche Communication Management (PCM). Der Full-HD-Touchscreen ist gleich von 7,2 auf 10,9 Zoll vergrössert worden, und wie bei Cayenne und Panamera kann die Benutzeroberfläche mittels vordefinierter «Kacheln» individuell gestaltet werden. Weitere, neue Komfortfeatures sind die beheizbare Frontscheibe und ein Ionisator zur Verbesserung der Luftqualität im Innenraum. Teilautomatisiertes Bremsen und Beschleunigen macht der neue Stauassistent inklusive Abstandsregeltempomat bis 60 km/h möglich.

GTS lässt auf sich warten

Zum Marktstart gibt es den Basisvierzylinder mit 245 PS zu einem Preis ab 76'100Franken. Neu im Programm steht ein Dreiliter-V6 mit Monoturboaufladung und 354 PS. Ein 2,9 Liter grosser V6-Biturbo mit 440PS dürfte Anfang Jahr folgen. Wer es noch sportlicher mag, wird sich bis Ende 2019 gedulden müssen; auf dann ist eine GTS-Version angesagt. Dieselmotoren sind beim Macan definitv passé.

Peter Hegetschweiler fuhrden neuen Macan auf Einladung von Porsche Schweizim November auf Mallorca. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 10.12.2018, 17:45 Uhr

Porsche Macan

Modell: Sport-SUV

Masse: Länge 4696 mm, Breite 1923 mm, Höhe 1624 mm, Radstand 2807 mm

Kofferraum: 500 bis 1500 Liter

Motoren: 2,0 Liter Vierzylinder mit 245 PS, 3,0 Liter Sechszylinder mit 354 PS

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 5,1 bis 6,1 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 225 bis 254 km/h

Verbrauch: 8,1 bis 8,9 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO2-Ausstoss: 185 bis 204 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab sofort

Preis: Ab 76'100 Franken

Infos: www.porsche.com

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