Drei Wege, ein Ziel

Nur drei Monate nach dem kompakten SUV Qashqai legt Nissan auch den X-Trail neu auf. Und für den Juke gibt es ein erstes Facelift.

Drei Crossover von Nissan: Der aufgefrischte Juke (ganz links), der Trendsetter Qashqai (Mitte) und der völlig neue X-Trail (rechts), der ab dem 21. Juli in die Schweiz kommt. Foto: Nissan

Drei Crossover von Nissan: Der aufgefrischte Juke (ganz links), der Trendsetter Qashqai (Mitte) und der völlig neue X-Trail (rechts), der ab dem 21. Juli in die Schweiz kommt. Foto: Nissan

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Clever gemacht von Nissan. Und die Zeichen der Zeit erkannt. Die Japaner fokussieren zumindest in Europa nicht mehr auf schwergewichtige Offroader, sondern gekonnt (und äusserst erfolgreich) auf dynamisch gestylte, kompakte SUV. Den Patrol, das 5,14 Meter lange und 2,8 Tonnen schwere Urgestein eines klassischen Geländewagens, hat Nissan bei uns schon vor vier Jahren aus dem Verkehr gezogen. Und das nicht bloss, weil die Abgasnormen mit ihm nicht mehr einzuhalten waren. Jetzt verschwindet auch der Pathfinder, der nicht ganz so brachiale, kleinere Bruder des Ur-Offroaders, aus dem Programm. Und der nochmals gemässigtere X-Trail hätte die entstandenen Lücken in seiner bisherigen Form als kerniger Allradler ebenfalls nicht schliessen können, wenn ihn denn Nissan nicht eben jetzt neu auflegen würde. Völlig neu.

X-Trail als XL-Qashqai

Es lebe also der neue X-Trail, von dem sich nach der Präsentation diese Woche in Portugal feststellen lässt: Bis auf den Namen hat er mit seinen Vorgängern der ersten und zweiten Generation rein gar nichts mehr zu tun. Vielmehr folgt er von seiner dynamischen Form über die neue Technik bis hin zum modernen Cockpit und den neusten Sicherheits- und Assistenzsystemen in allem und jedem dem Qashqai, auf dessen neuer, von Nissan in Allianz mit Renault entwickelten Plattform, er auch steht. Überspitzt formuliert, ist der X-Trail die XL-Version des seit 2006 so erfolgreichen Qashqai, dessen Trendsetter- Rolle im Segment der kompakten SUV er nicht nur übernehmen, sondern weiter ausbauen soll. In etwa so: Fertigt Nissan in seinem Werk in Sunderland pro Jahr im Schnitt über 200'000 Qashqai allein für den europäischen Markt, so will Nissan mit dem X-Trail, der an weltweit neun verschiedenen Standorten produziert wird, jährlich 500'000 Fahrzeuge absetzen.

2015 kommt ein 190-PS-Motor

Der grösste Unterschied zum 27 Zentimeter kürzeren Qashqai findet sich beim XTrail im Innenraum, primär im Fond. Hier können sich drei Erwachsene auf der um 26 Zentimeter verschiebbaren Rückbank fast schon wohlig räkeln. Dennoch findet sich dahinter immer noch Platz für einen Laderaum von 550 Liter, der sich zudem mittels zusätzlicher Böden vielfach horizontal teilen lässt. Maximal fasst der X-Trail knapp 2000 Liter. Oder aber man klappt die im Unterboden versenkten Kindersitze hoch und macht aus dem zuvor rustikalen Praktiker im Handumdrehen einen familientauglichen 7-Sitzer. Der neue X-Trail übernimmt damit die Rolle des Qashqai 5+2, den es seit seiner Neuauflage in dieser Form nicht mehr gibt.

Fährt man den X-Trail so voll beladen, dann dürfte sich der Fahrspass, den er in seinem neuen Look hoffnungsvoll verheisst, allerdings in Grenzen halten. Vorerst jedenfalls. Denn zum Marktstart im Juli gibt es den grösseren der beiden SUV nur mit einem 1,6-Liter-Selbstzünder, der 130 PS leistet. Ein 190 PS starker Turbobenziner ist auf 2015 aber «fest versprochen », wie Cédric Diserens, Chef von Nissan Schweiz, weiss. Entsprechend respektabel fällt deshalb zurzeit nicht nur der Einstiegspreis aus (ab 32'900 Franken), sondern auch der Verbrauch, den Nissan mit 4,9 Liter angibt. Mit Allradantrieb kostet der X-Trail 2800 Franken mehr und verbrennt auch mehr – im Schnitt 0,4 Liter. Bei der 4x4-Version kann der Fahrer neuerdings über einen Drehschalter auf der Mittelkonsole zwischen Frontantrieb, automatischer Kraftverteilung und permanentem Allrad wählen.

Der Qashqai neu seit März, der X-Trail neu ab Juli – da liegt es nahe, dass Nissan auch den Dritten im Bunde seiner kompakten SUV-Reihe erneuert. Und so gönnen die Japaner dem Juke das, was man in der Branche gemeinhin ein Facelift nennt: eine Auffrischung.

Noch mehr Spass mit dem Juke

Mehr war ja auch gar nicht nötig. Denn der Nissan Juke, mit seinen 4,135 Meter Länge kaum grösser als ein VW Polo, in seinem progressiv-aufgeblähten Design aber so effektvoll wie ein kleiner, bulliger SUV, ist ein Selbstläufer. In nur 40 Monaten seit seiner Lancierung haben ihn die Japaner über 500'000-mal verkauft, in der Schweiz waren es 2013 über 1500 Exemplare. Tendenz weiter steigend. Und so ist es denn folgerichtig bei wenigen Optimierungen geblieben: Ein neuer 1,2-Liter- Turbo mit 190 Nm, ein erweitertes Audiosystem, dazu die neuste Generation des Nissan Safety Shield und, natürlich, 300 zusätzliche Möglichkeiten, den SUV-Winzling noch weiter zu individualisieren. Auf dass der Juke (ab 19 800 Franken, in der günstigsten Allradversion ab 29'990 Franken) noch mehr Spass macht.

Peter Hegetschweiler fuhr die neuen X-Trail und Juke auf Einladung von Nissan Schweiz in Portugal (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.05.2014, 02:47 Uhr

Nissan X-Trail

Modell: Kompakt-SUV mit 5 Plätzen.
Masse: Länge 4643 mm, Breite 1820 mm, Höhe 1695 mm, Radstand 2706 mm. Kofferraum: 550 bis 1982 Liter.
Motor: 1,6-Liter-Turbodiesel mit 130 PS.
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 10,5 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit 188 km/h.
Verbrauch: 4,9 Liter auf 100 Kilometer
CO2-Ausstoss: 129 Gramm pro Kilometer.
Markteinführung: 21. Juli. Preise: ab 32'900 Franken.
Info: www.nissan.ch

Übersichtliche Kommandozentrale im neuen Nissan X-Trail. Foto: Nissan

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