Erste Ausfahrt im Mini-Coupé

«Tages-Anzeiger»-Mitarbeiter Thomas Geiger drehte erste Proberunden mit dem neusten Mini-Derivat.

Rollt im Herbst an: Das Mini-Coupé – ohne Rücksitzbank und ohne Tarn-Kleber aber mit noch mehr Fahrspass.

Rollt im Herbst an: Das Mini-Coupé – ohne Rücksitzbank und ohne Tarn-Kleber aber mit noch mehr Fahrspass. Bild: BMW

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Kaum eine andere Marke definiert sich so sehr über den Fahrspass wie Mini. Denn egal ob ein Mini One mit 75 PS oder ein Cooper S mit 211 PS und egal ob Clubman oder Cabrio – das Gokart-Feeling streicht die britische BMW-Tochter immer heraus. Doch jetzt treiben die Entwickler die Suche nach dem Spass auf die Spitze und erweitern die Modellpalette um ein Coupé.

Von Nebensächlichkeiten wie einer Rückbank befreit, dynamischer geschnitten und strammer abgestimmt, gibt es ab Herbst den idealen Mini für Lust und Laune. Allerdings muss man dafür auch tiefer in die Tasche greifen. Denn wie immer bei Coupés zahlt man mehr Geld für weniger Auto. Offiziell will man noch keine Preise nennen, doch ein Aufschlag von 2000 bis 3000 Franken dürfte realistisch sein.

Coupé fährt sich sportlicher

Doch der Coupé-Aufschlag ist gut angelegt. Das zumindest legen erste Probefahrten in einem nur noch leicht getarnten Prototyp nahe. Denn selbst wenn es nur absolute Profis spüren werden, fühlt sich das Auto einfach etwas sportlicher an – und zwar nicht nur, weil das Dach drei Zentimeter tiefer ist. «Wir haben das Fahrwerk und alle Regelsysteme neu abgestimmt», bestätigt Dynamikchef Heinz Krusche.

Die Dämpfer sind hinten etwas kräftiger, und der Stabilisator ist einen Zentimeter dicker als beim Dreitürer. Ausserdem wiegt das Coupé etwa 25 Kilogramm mehr, hat aber den tieferen Schwerpunkt. Und vor allem gibt es auf dem Heckdeckel einen kleinen Spoiler, der bei Tempo 80 automatisch ausklappt und bei Tempo 60 von selbst wieder einfährt. Wie alles bei Mini hat der auch eine Funktion: «Bei Vollgas lasten durch den zusätzlichen Abtrieb 40 Kilogramm mehr auf der Hinterachse. So bekommen wir die bessere Strassenlage, und das direkte Lenkgefühl, das man von einem Mini erwartet», sagt Krusche und schickt seine Gäste auf einen Handlingparcours, der enger gesteckt ist als viele Gokartbahnen. Mit einem anderen Auto als dem Mini wäre dieser Kurs deshalb kaum zu schaffen.

Weil es Mini-Chef Kay Segler um Fahrspass geht, hat Mini natürlich nur den John-Cooper-Works-Motor für die erste Ausfahrt bereitgestellt. Doch der Rest der Motorpalette ist ebenfalls auf Sportlichkeit getrimmt. Los geht es deshalb erst mit dem Cooper Coupé, das bereits 122 PS erreicht. Darüber rangiert der Cooper S mit 184 PS, und an der Spitze steht eben jener 1,6-Liter-Turbo aus dem Cooper Works, der immerhin auf 211 PS und bis zu 280 Nm kommt. Das reicht für einen Sprintwert von 6,4 Sekunden und ein Spitzentempo von 240 km/h.

Selbst beim Diesel gibt es nur die stärkere Variante: Einziger Selbstzünder ist deshalb der Cooper SD mit 143 PS. Bei allem Vergnügen kommt die Vernunft aber nicht vollends unter die Räder: Die Start-Stopp-Automatik zum Beispiel ist deshalb überall Serie und drückt den Verbrauch auf vernünftige 4,3 Liter beim Diesel und 5,4 bis 7,1 Liter bei den Benzinern.

Zwar können die Ingenieure stundenlang über die Fahrdynamik philosophieren. Doch werden das wohl die wenigsten Kunden tatsächlich herausfahren können. Deshalb erfolgte die Differenzierung natürlich vor allem über das Design, sagt Stylingchef Anders Warming mit Blick auf die schräger stehende Frontscheibe, das kurze, flache Dach mit der durchlässigen Abrisskante und den Heckstummel. Ihn erinnert das an eine verkehrt aufgesetzte Baseballmütze, die dem Mini einen trendigen, frechen Look verleiht.

Kofferraum mit 280 Litern

Aber das Mini-Coupé ist nicht nur trendig und potent, es ist sogar praktischer als der Dreitürer – zumindest, wenn man auf die Rücksitze verzichten kann: Durch die riesige Klappe passen nun zur Not auch mal grössere Kisten, und der Kofferraum wächst um mehr als 50 Prozent auf sehr respektable 280 Liter, für die das Entwicklungsteam jeden Quadratzentimeter Stauraum genutzt hat. Deshalb gibt es einen doppelten Boden, eine Durchreiche nach vorn und eine kleine Stufe im Laderaum. Aber auch im Heck konnte sich Warming mit der Liebe zum Detail durchsetzen: Die Hutablage zum Beispiel hat deshalb zwei sportliche Hutzen, mit denen der Designer die Zweisitzigkeit des Coupés betonen will.

Nachdem Mini für jedes Jahr ein neues Modell versprochen hat, wird es beim Coupé alleine aber nicht bleiben. Sondern schon bald kommt zum Fahrvergnügen auch noch eine gehörige Portion Frischluft dazu – dann nämlich gibt es das Coupé auch als Roadster. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.06.2011, 19:45 Uhr

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