Eine Frage des Designs

Hyundai plant den Aufstieg in die Oberklasse: Mit der Submarke Genesis wollen sich die Südkoreaner «im Segment der weltweit führenden Luxus-Automobilmarken bewegen».

Vision G Coupé: An der IAA in Frankfurt zeigte Hyundai mit dieser spektakulären Studie, wie man sich in Südkorea ein Luxus-Coupé vorstellt. Fotos: Hyundai

Vision G Coupé: An der IAA in Frankfurt zeigte Hyundai mit dieser spektakulären Studie, wie man sich in Südkorea ein Luxus-Coupé vorstellt. Fotos: Hyundai

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Neu ist die Idee nicht, die der koreanische Automobilhersteller Hyundai nach jahrelangen Wehen im Dezember 2016 in die Tat umsetzen wird: Wie Toyota mit Lexus, Nissan mit Infiniti und Honda mit Acura bietet mit Hyundai in Zukunft ein weiterer Hersteller aus Asien eine eigene Luxus-Linie an – Genesis. Der Name ist kein Zufall, immerhin baut Hyundai bereits seit 2008 Limousinen und Coupés der oberen Mittelklasse mit diesem Namen. Wenn auch in Europa mit angezogener Handbremse und dementsprechend überschaubarem Erfolg.

Doch das soll sich nun ändern, wie Hyundai Motor in einer Medienmitteilung ziemlich selbstbewusst mitteilt. Denn Genesis soll sich vom Mitläufer zum Trendsetter entwickeln. Oder, in den Worten von Hyundai: «Die neue Marke Genesis wird sich im Segment der weltweit führenden Luxus-Automobilmarken bewegen», steht da geschrieben. «Exklusive Fahrleistungen, ein athletisch-elegantes Design und Innovationen, die das Bedürfnis der Kunden in den Mittelpunkt stellen, zeichnen die neue Marke Genesis aus.» Euisun Chung, Vice Chairman der Hyundai Motor Company, verspricht: «Wir richten die neue Marke Genesis auf Kunden aus, die den Besitz eines Fahrzeugs mit einem smarten Erlebnis verbinden, das ihnen Zeit und Aufwand spart und das ihren Alltag mit praktischen Innovationen vereinfacht. Die Marke Genesis will diese Erwartungen erfüllen und sich durch eine auf den Menschen ausgerichtete Strategie zum Marktführer entwickeln.»

Europäisches Design

Weil man im anvisierten Segment nicht mehr mit günstigen Preisen, sondern mit Hightech und vor allem Design punktet, haben die Südkoreaner eigens eine Prestige Design Division gebildet, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge der neuen Marke Genesis über ein eigenständiges Design verfügen werden. Dabei setzen die Asiaten in erster Linie auf bekannte und bewährte europäische Köpfe: Ab Mitte 2016 führt Luc Donckerwolke die neue Abteilung parallel zu seiner Funktion als Leiter des Hyundai Motor Design Center. Der Belgier, der unter anderem Transportation Design in Vevey studiert hat, leitete vormals bei der Volkswagen-Gruppe die Designentwicklungen für Modelle von Audi, Bentley, Lamborghini, Seat und Skoda.

Geflügelt: Das Logo der Marke Genesis.

Die Arbeiten der neuen Division laufen beim Deutschen Peter Schreyer zusammen, der als Präsident und Chefdesigner der Hyundai Motor Group für die Designentwicklungen der gesamten Gruppe verantwortlich zeichnet. «Mit der Design-Signatur der Genesis-Modelle bringen wir Vertrauen und Eigenständigkeit zum Ausdruck. Damit schaffen wir die Voraussetzung für Autos, die mit ihrem innovativen Styling und den eigenen Proportionen eine charmante, smarte Form von Luxus definieren», so Schreyer.

Vision G als Vorbote

Wie das in der Realität aussehen könnte, hat Hyundai auf der Internationalen Automobil- Ausstellung (IAA) im September in Frankfurt mit der Studie Vision G Coupé gezeigt. Das sogenannte Sling- Shot-Design der Studie entstand in einer Zusammenarbeit der globalen Design- Zentren von Hyundai und begeisterte die Besucher der Messe. Alle Modelle von Genesis tragen das neue Logo, das mit seinen Flügeln vom bestehenden Genesis-Modell abgeleitet wurde. Es soll die «luxuriöse Ausrichtung der neuen Marke» unterstreichen.

«Das Image ist gerade in der Schweiz besonders wichtig.»Nicholas Blattner, PR-Manager

Welche Modelle wann genau auf den Markt kommen, steht derzeit noch nicht fest. Sicher ist nur, dass die Marke Genesis im Dezember 2016 starten wird und dass bis zum Jahr 2020 eine Palette von sechs verschiedenen Fahrzeugen angeboten werden soll. Zum Auftakt werden die Luxus-Automobilmärkte in Korea, China, Nordamerika und im Mittleren Osten bedient. Erst mit dem Ausbau zur vollständigen Modellpalette folgt die Ausdehnung auf die Märkte in Europa und Asien. «Wann das genau sein wird und welche Modelle für die Schweiz überhaupt infrage kommen werden, können wir heute noch nicht beantworten », sagte der Schweizer PR-Manager Nicholas Blattner auf Anfrage. «Wir sind uns bewusst, dass das Image gerade in der Schweiz ein besonders wichtiger Verkaufspunkt ist. Deshalb warten wir noch ab mit Prognosen.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.11.2015, 17:48 Uhr

Designer Luc Donckerwolke.

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