Japanische Variationen

Die japanischen Veredler Kejii Kawakita und Kenji Nagai haben die brave BMWK 1600 GTL aus dem Dornröschenschlaf geholt.

Keiji Kawakita präsentiert seine Brutalo-Maschine «Juggernaut». Foto: BMW

Keiji Kawakita präsentiert seine Brutalo-Maschine «Juggernaut». Foto: BMW

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BMW K 1600 GTL? Richtig, das ist der 2010 lancierte, üppige Luxustourer der Bayern mit dem 160 PS starken Sechszylinder-Reihenmotor. Entwickelt für die allerhöchsten Ansprüche von Fahrer und Beifahrer auf langen Touren, verkörpert die K 1600 GTL laut BMW «die perfekte Synthese aus Souveränität, Dynamik und Komfort». Das mag zwar seine Richtigkeit haben, aber optisch ist der zweirädrige Luxusliner eher brav geraten. Zumindest in der Serienversion.

Welches Potenzial in der Maschine steckt, beweist der japanische BMW-Ableger jetzt mit dem neuen Projekt «Ignite Straight Six»: Mit Keiji Kawakita von Hot-Dock Custom-Cycles und Kenji Nagai vom Costomizing-Brand Ken’s Factorykümmerten sich zwei der führenden japanischen Customizer um eine völlig neue Interpretation des Reihensechszylinders der BMW K 1600 GTL.

Motor und Rahmen übernommen

Vom Serienmotorrad wurden für die beiden spektakulären Projekte jeweils nur der Motor und der Rahmen sowie bei Kejii Kawakitas Schöpfung «Juggernaut» auch die Vorderradführung übernommen. Kenji Nagais Kreation namens «Ken’s Factory special» vertraut dagegen auf eine selbst gefertigte, im Chopper-Stil gereckte Springergabel aus Aluminium. An die Stelle der serienmässigen Vollverkleidung der K 1600 GTL tritt hier zudem eine kleine, aus Aluminium gefertigte Lampenmaske mit integriertem Scheinwerfer, und der serienmässige Heckrahmen nebst Sitzbank wurde von einem tief platzierten Aluminiumsitz abgelöst.«Zuerst schwebte mir ein Motorrad im Bagger-Stil vor, das sich vom Tourer-Image abhebt» erklärt Kenji Nagai. Doch das erschien dem Tüftler und Designer zu einfach, also machte er sich daran, den ayrischen Tourer im sogenannten Digger-Style umzubauen.

«Der extrem lang gestreckte, schlanke Digger-Stil bringt den Reihensechszylinder noch viel besser zur Geltung», ist Nagai von seinem Werk überzeugt. Der optische Eindruck eines schmalen Bikes mit besonders tiefer Sitzhöhe wird bei «Ken’s Factory Special» durch ein riesiges 23-Zoll-Vorderrad sowie ein 20-Zoll-Hinterrad verstärkt.

Mix aus Mad Max und HR Giger

Neben dem klaren Design von Kenji Nagai wirkt Keiji Kawakitas «Juggernaut» mit seiner düsteren, maskulinen Statur wie eine Synthese aus Mad-Max-Metall, den Vorstellungen Jules Vernes und den Figuren von HR Giger. So verbreitert ein Skelett aus Aluminiumrohren den nackten Rahmen der K 1600, und seitlich am Kraftstofftank platzierte Instrumente fügen sich stimmig in den Brutalo-Look ein. Reminiszenzen an die BMW-Motorrad-GS-Baureihe wecken die Doppel-Nebelscheinwerfer sowie der Schnabel.

«Ein altes Foto inspirierte mich für diesen atmosphärischen Stil», erklärt Keiji Kawakita: «Ich schaute mir die Vorderradführung und den Duolever an und dachte mir, das könnte ich aus der K 1600 GTL machen. Tatsächlich war es aber dann lange, harte Arbeit. Selbst als ich dann fertig war, blieb ich unsicher, ob das Werk nun vollendet war. Aber so ist das beim Customizing, oder nicht?» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.04.2015, 18:10 Uhr

Kenji Nagai geniesst die tiefe Sitzposition auf seiner «Factory Special».

Ausgangslage: Die BMW K 1600 GTL.

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