Mir san mit’m Tesla da

Die Tesla-Fahrzeuge der Polizei sorgen für viel Aufruhr. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Autos aufzeichnen können, was im Inneren gesprochen wird.

Damit auch jeder Polizist einen Tesla fahren kann, müssen sie zuerst eine Umschulung machen.

Damit auch jeder Polizist einen Tesla fahren kann, müssen sie zuerst eine Umschulung machen. Bild: Pino Covino

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Während Monaten musste die Basler Bevölkerung das peinliche Gschiss (Neudeutsch Hype) mitverfolgen, wie aus einem Tesla-Elektrofahrzeug ein Polizeiauto wurde. Dazu wurden Pressecommuniqués publiziert und sogar eine Medienkonferenz abgehalten. Früher kaufte die zuständige Beschaffungsstelle der Polizei ein strassen- und polizeitaugliches Fahrzeug, worauf in der hauseigenen Garage Blaulicht, Zweiklanghorn, Funk und ein Restwegaufzeichner eingebaut wurden.

Schliesslich die Installation für das Mitführen des Einsatzmaterials, und zum Schluss erhielt das Vehikel mit Farbe und Folie das polizeiliche Outfit. Ab diesem Zeitpunkt stand das neue Polizeiauto ohne viel Aufhebens im Einsatz. Beim Tesla für das Alarmpikett der Basler Polizei sieht plötzlich alles anders aus.

Da wurde ein Auto gekauft, das mit einem Stückpreis von 140'000 Franken rund 50'000 Franken teurer ist als ein vergleichbares Einsatzfahrzeug. Zudem müssen die Alarmpikettmannschaften eine Elektro-Auto-Schulung – unter anderem im rekuperativen (Energierückgewinnung) Fahren – durchlaufen.

Illegaler Zugriff

Da aber jede Polizistin, jeder Polizist imstande sein muss, alle Fahrzeugtypen der eigenen Flotte zu lenken, wird diese Umschulung wohl unzählige Mannstunden in Anspruch nehmen. Oder man akzeptiert, dass nicht alle Korpsangehörige teslatauglich sind, was einsatztechnisch ein Schwachsinn ist.

Aktuell macht der Basler Datenschutzbeauftragte dem Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) einen Strich durch die Rechnung, weil aufgezeichnet wird, was im Fahrzeuginnern gesprochen wird, wo der aktuelle Standort des Autos ist und welche Strecke mit welcher Geschwindigkeit gefahren wurde. Und wenn die Firma Tesla dies alles aufzeichnet und speichert, dann werden illegale Zugriffe auf diese Daten möglich sein. Also nicht gerade optimale Voraussetzungen für ein Polizeifahrzeug.

Warum nur schafft man nicht bereits erprobte und mit Benzin betriebene Vans mit einem guten Platzangebot sowie ausreichendem Stauraum an? Dadurch würde das zeitraubende Aufladen der Batterie entfallen, und bei einer Verfolgungsfahrt über die Kantonsgrenze hinaus bestünde nicht die Gefahr, saftlos und fernab einer Steckdose am Strassenrand liegen zu bleiben. Eine Tankfüllung mit Benzin an einer der 3500 Tankstellen in der Schweiz benötigt maximal zwei Minuten.

Die Basler Polizei sollte solche Experimente eines der unzähligen ökoaffinen Ämtern der kantonalen Verwaltung überlassen, und als Wahlkampfvehikel für den politischen JSD-Verantwortlichen taugt ein Göppel sowieso nicht. Höchstens als Fasnachtssujet und Steilpass für Schnitzlbänggler.

Auf watson.ch wurde der Basler Polizei- Tesla als das «schweizweit geilste Polizeiauto» bezeichnet. Da die wenigsten Polizeieinsätze sexy sind, stellt sich auch nicht die Frage, ob Geilheit zum Anforderungsprofil eines Einsatzfahrzeugs gehören sollte.

Markus Melzl ist ehemaliger Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 03.01.2019, 09:38 Uhr

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