SBB wollen «Surprise» aus Bahnhof vertreiben

Das Projekt «Kundenfreundliche Grossbahnhöfe» lässt keinen Raum für Verkaufsstände, Unterschriftensammler oder «Surprise»-Verkäufer.

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«Surprise – Stroossemagazin!» Diese Rufe sollen in den Bahnhöfen der Deutschschweiz bald der Vergangenheit angehören. In einem Schreiben teilte die Abteilung Immobilienbewirtschaftung der SBB ihren Vertragspartnern diesen Sommer mit, dass «die Promotions- und Verkaufsaktionen in den Bahnhöfen» überprüft würden. Die Geschäftsleitung SBB Immobilien habe beschlossen, in Zukunft keine Jahresverträge für Promoaktionen mehr abzuschliessen. Unter die neue Regelung fallen karitative und gemeinnützige Organisationen, Warenverkaufsstände, Unterschriftensammlungen und Personenbefragungen. Sie gilt auch für den Bahnhof SBB in Basel.

Davon betroffen ist auch das Strassenmagazin Surprise, welches sich als «Integrationsprojekt für sozial benachteiligte Menschen» sieht und rund einen Viertel seines Verkaufsumsatzes an grossen Bahnhöfen generiert. «Für uns ist das eine kleinere Katastrophe», sagt Geschäftsführer Fred Lauener. «Surprise» habe die SBB kontaktiert, doch seien diese auf das Gespräch «materiell nicht eingetreten».

«Teil ihrer Tagesstruktur»

In Basel sind es fünf Verkäufer, die im Bahnhofsgebäude «Surprise» an die Kundschaft bringen. Für die zum Teil psychisch angeschlagenen Verkäufer sei der Bahnhof in den vergangenen elf Jahren «Teil ihrer Tagesstruktur» geworden. Ausserdem werden laut Lauener am Bahnhof oft Erstkontakte zur Kundschaft geknüpft, was für ein Projekt, welches auch auf Spenden angewiesen ist, besonders wichtig sei. Erst vor zwei Jahren wurde «Surprise» durch eine breit angelegte Spendenkampagne vor dem finanziellen Ruin gerettet.

Mittels einer Medienmitteilung informierte Fred Lauener am Freitag die Öffentlichkeit über die Auswirkungen, die die geplanten Neuerungen der SBB für «Surprise» haben. Die SBB nehmen mit Erstaunen Kenntnis von der Medienmitteilung. «Es hat bereits Gespräche gegeben und diese sind für die SBB noch nicht abgeschlossen», sagt Pressesprecher Roman Marti.

Zum Überdenken der Promoaktivitäten in den Bahnhöfen hätten Kundenklagen geführt. Mit einer Reduktion der Promotionen wolle man die Zirkulation der Passagiere in den Stosszeiten verbessern, sagt Marti. «Natürlich wird uns diese Veränderung auch Ertragsausfälle bringen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 11.10.2008, 09:09 Uhr

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