Double des Dupf-Club

Die Clique Olympia war erfolgreich mit der «Mission Conchita Wurst». Sie überraschte den Dupf-Club mit einer sehr speziellen Aktion.

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Für den Dupf-Club war die Welt in Ordnung an diesem Fasnachts-Zyschtig. Die Männerclique war mit ihrem stattlichen Harst am Abend auf die Piste gegangen, im traditionellen Goschdym, dem ­violetten Pierrot mit gelbem Kragen, dem Markenzeichen des «Dupf» schlechthin. Der Himmel hielt dicht, die Stimmung war hervorragend, und im Laufe des Abends traf sich der Stamm der Clique mit der Jungen Garde, worauf man(n) eine ­Strecke zusammen marschierte – das gehört beim Dupf-Club dazu, schon immer, ein schöner Brauch, den man auch bei anderen Cliquen in der einen oder anderen Form kennt.

Also los in bester Laune, eingestanden beim «Luftschloss», wie das «Rubino» im Luftgässlein einmal hiess, dann über den Münsterplatz und via den Rheinsprung zur Schifflände. Gedränge da und dort, typische fasnächtliche Stau-Situationen, manchmal versperrt eine andere Formation den Weg. So steht der Zug des Dupf-Club am Fuss des Rheinsprungs, weil ihm plötzlich eine grössere Clique den Weg abschneidet – doch was ist denn das? Diese Clique ist ja der Dupf-Club, violette Pierrots mit gelbem Kragen! Haben wir das richtig gesehen?

Als der Platz wieder frei ist, biegt der Dupf-Club nach rechts ab und hält vor dem «Spillmann» eingangs der Mittleren Brücke. Der «andere» Dupf-Club, es muss sich um ein Double handeln, bewegt sich in die Eisengasse, macht einen Kehr in die Marktgasse und taucht wieder an der Brücke auf, gerade als der Original-Dupf-Club in Richtung Glaibasel abmarschiert. Jetzt sind auf einmal zwei exakt gleich gewandete Cliquen unterwegs , hintereinander, ein wahrlich seltenes Bild. Die Kiebitze staunen – was geht da vor? Hat sich der Dupf-Club auf wundersame Weise vermehrt? Gedoubelt, sozusagen?

Respektvolles Bedanken

Wer nun etwas genauer hinsieht und einen Blick auf die Steckenlaternen wirft, entdeckt da Material der Olympia. Diese hat den Dupf-Club tatsächlich und komplett überrascht – wobei es eine ganze Weile brauchte, bis das alle mitbekamen. Im Kleinbasel bog der Dupf-Club traditionsgemäss nach rechts in die Rheingasse ab, die Olympia, die Verfolger-Clique, bewegte sich nach links und stoppte schliesslich in der Ochensgasse. Dort, vor dem «Adler», trafen sich dann die beiden Cliquen.

Der Dupf-Club stand Spalier und bedankte sich bei der Olympia respektvoll für die gelungene Überraschung. Man feierte den Gag, indem man noch zwei Schlaufen gemeinsam durch die Kleinbasler Gassen pfiff und trommelte. So entstand ein Zug von rund fünfzig Pfeifern und achtzig Tambouren und einem mächtigen Vortrab von gegen fünfzig Männern – einfach prächtig anzusehen und zu hören!

Die Olympia hat bereits im Sommer mit den Vorbereitungen dieser Geschichte begonnen. Eine Dupf-Larve wurde heimlich «ausgeliehen», damit man sie kopieren konnte. Die Goschdym liess man in Thailand fabrizieren – ein solcher Auftrag wäre in Basel wohl zu sehr aufgefallen. Mächtig stolz sind sie, weil alle dicht halten konnten. Die Kommunikation bei der Olympia lief übrigens unter dem Decknamen «Mission Conchita Wurst». (Basler Zeitung)

Erstellt: 26.02.2015, 11:52 Uhr

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