Arlesheim

Bald erstrahlt der Dom wieder in altem Glanz

Die aufwendigen Sanierungsarbeiten am berühmten Arlesheimer Gotteshaus kommen gut voran. Das grösste zusammenhängende Deckenbild der Schweiz, ist bereits wieder in alter Pracht sichtbar.

Achtsame Reinigung der verschmutzten Raumschale. Das riesige Deckengemälde ist bereits in alter Pracht wiederhergestellt.

Achtsame Reinigung der verschmutzten Raumschale. Das riesige Deckengemälde ist bereits in alter Pracht wiederhergestellt. Bild: Kostas Maros

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Nun ist das grösste zusammenhängende Deckenbild seiner Art in der Schweiz, die Verherrlichung Mariens im Dom zu Arlesheim, wieder in alter Pracht sichtbar. Erst aus nächster Nähe, lediglich drei Meter unterhalb des 1760 fertiggestellten Meisterwerks, erkennt man, mit welch feinem Pinselstrich und grosser Liebe zum Detail Giuseppe Appiani damals zu Werke gegangen ist. Die Gesichter, die Mimik – alle so ausdrucksstark und detailliert gestaltet, als seien sie zur Betrachtung aus nächster Nähe erschaffen worden. Dabei kann man diese üblicherweise, den Kopf in den Nacken gelegt, in mehr als zehn Metern Höhe nur schwerlich erkennen. Dies ist nur auf dem rund neun Meter hohen Gerüst möglich, welches momentan das gesamte Hauptschiff ausfüllt.

Seit 1930 ist der barocke Dom unter Bundesschutz und wird im schweizerischen Inventar für Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgeführt. Nachdem zuvor eine zurückhaltende Aussensanierung erfolgreich abgeschlossen werden konnte, wird nun, nach einer intensiven Vorbereitung mit einer umfassenden Zustandsanalyse von Experten, die Innensanierung des Doms durchgeführt. Diese hat die Kirchgemeindeversammlung im Mai 2013 mit einem Kostendach von rund sechs Millionen Franken genehmigt.

Mit ersten Sanierungsarbeiten am Dachstock und im Glockengestühl wurde bereits im August vergangenen Jahres begonnen. Seit dem 2. Januar 2014 ist der Dom nun für rund elf Monate geschlossen. Im Hauptschiff wurden Bänke und Böden herausgenommen, der ganze Dom wurde leer geräumt und ein neun Meter hohes Gerüst aufgebaut. Dieses dient den Restauratoren bei ihrer Arbeit an den Stuckaturen und Deckenge­mälden.

Fertigstellung 2015

«Läuft alles nach Plan, schliessen wir die Arbeiten am Hauptschiff Ende November dieses Jahres ab», hofft Kirchgemeinderat Alois Schmidlin. Denn in der Adventszeit sollen wieder Gottesdienste im Dom stattfinden. Von Anfang bis Herbst 2015 werden dann der Chorraum, die Sakristeien und die Seitenaltäre saniert.

Auch Schmidlin, zuständig im Ressort Bau, ist begeistert von den Details, welche die Künstler vor rund 300 Jahren in schwindelerregender Höhe in Stuck und Puten eingearbeitet haben. «Bezeichnend für deren Liebe zum Detail ist, dass sogar die Sandalenbändel samt Schlaufe an den Puten exakt herausgearbeitet worden sind.»

Dementsprechend aufwendig gestaltete sich jedoch auch die Reinigung der verschmutzten Raumschale. Diese erfolgte in mehreren Arbeitsschritten: Im Zuge einer ersten Trockenreinigung wurde der lose Staub mittels Pinsel und Feinstaubsauger abgetragen. Darauf folgte eine trockene Nachreinigung von Hand mit speziellen Reinigungsschwämmen. In einem zweiten Schritt wurde die Feuchtreinigung mit kaltem Wasser vorgenommen – von Hand und lediglich mittels Pinsel und Schwamm.

Ziel ist es, Authentizität und Alterswürde der Flächen und Stuckaturen zu erhalten und so schonend zu reinigen, dass sie möglichst nicht gestrichen werden müssen. Auch allfällige farb­liche Retuschen wurden auf ein Minimum reduziert. Zudem wurden die Schrauben entfernt, welche bei bisherigen Renovationen im Deckengemälde angebracht worden waren, und die Löcher mit einem Gemisch aus Hanf und Kuhhaar gefüllt. Mit Spritzen hat man die Hohlstellen im Verputz zwischen dem Deckengemälde und der Lattung mit einem Kalkgemisch aufgefüllt.

Weiter wird eine moderne LED-Beleuchtung die alten Spots ersetzen und im Erdgeschoss eine neue Heizanlage mit Fernwärme installiert. Auch der Boden im Hauptschiff wird komplett ­ersetzt. Es wird wieder wie früher ein Natursteinboden verlegt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.06.2014, 11:33 Uhr

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