Sissach

Gewerbe schlägt Zelte in der Begegnungszone auf

Die Sissacher Geschäftsleute erwarten zur Ausstellung Mega einen Besucheransturm. Das Unterhaltungsprogramm, auch jenes am Abend im «Event-Zelt», ist gratis.

Auf Patrouille. Das «Mega»-Gelände in der Begegnungszone ist derzeit das Büro von OK-Chef Jan Röthing. Bild: Florian Bärtschiger

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Plötzlich beschleunigt Jan Röthing seinen Schritt, hastet vor einen Lastwagen, der sich durch eine Gasse zwischen einer Häuserzeile und einem Zelt drängen will. Röthing deutet warnend aufs vorstehende Werbeschild des Ladens, lotst den Fahrer durch den Engpass. Wenige Tage vor der Eröffnung der Gewerbeausstellung Mega (abgekürzt für: Mehr als eine Gewerbeausstellung) ist OK-Präsident Röthing der Feuerwehrmann vom Dienst. Wenn es irgendwo brennt, rückt er aus, regelt hier, beschwichtigt da, delegiert dort. Die Begegnungszone, in der die Ausstellung von Freitag bis Sonntag zur Hauptsache stattfinden wird, ist quasi zu ­seinem Büro geworden.

Röthing wirkt beim Rundgang völlig entspannt: Die Planungsarbeit für die Ausstellung hat das OK in den vergangenen anderthalb Jahren erledigt. Seit Montag sind die Handwerker am Zug, die im Herzen des Dorfs grössere und kleinere weisse Zelte wie Champignons aus dem Asphalt haben schiessen lassen. Bis zum Startschuss der Mega am Freitag wird darin gezimmert und geschraubt, putzen sich die Aussteller für die Schau heraus.

Ausstellungszone erweitert

103 Gewerbebetriebe werden sich in einem Zelt oder unter freiem Himmel präsentieren. Dazu kommen 17 während der gesamten Dauer der Schau geöffnete als weiterer Bestandteil der Ausstellung. Mit insgesamt 120 Ausstellern übertrifft die Schau des Gewerbevereins Sissach und Umgebung die letztmaligen Gewerbeausstellungen von ­Liestal, Pratteln, Muttenz, oder Reinach. Darauf sind die Sissacher stolz.

Nimmt man die zwölf Restaurants und 14 Verpflegungsstände hinzu, kommt die Mega gar auf 146 Teilnehmer. Entsprechend viel Geld ist im Spiel: Das Budget der Grossveranstaltung beziffert der OK-Chef auf 400'000 Franken. Das Ziel sei eine schwarze Null.

Vor der Premiere der Zelt-Gewerbeschau im Dorfzentrum hatte 2010 auch Skepsis geherrscht, ob das völlig neue Konzept aufgehen würde, hält Röthing Rückschau. Ein Betreiber eines Verpflegungsstands zum Beispiel habe so vorsichtig eingekauft, dass er am ­Freitagabend keine Ware mehr hatte.

Der durchschlagende Erfolg mit mehreren Zehntausend Besuchern und lauter zufriedenen Ausstellern liess die Teilnehmerzahl fürs 2015 um 14 ansteigen. Bitten musste er keinen Aussteller, versichert der OK-Präsident. Vielmehr habe er einzelnen – verspäteten – Interessenten, einen Korb geben müssen, die er nicht mehr ins Programm habe ­quetschen können.

Am Ausstellungskonzept habe man aufgrund des Erfolgs von 2010 nicht gerüttelt, sagt Röthing, bloss gefeilt. Die augenfälligste Neuerung ist die Erweiterung des Ausstellungsbereichs über die Begegnungszone hinaus bis auf die Höhe der Migros, die neben der BLKB als Hauptsponsor auftritt.

Darüber hinaus gibt es punktuelle Anpassungen: Spürbar fürs Publikum ist die längere Öffnungszeit am Samstag bis 22 Uhr oder das ergänzte Unterhaltungsangebot: Neu wird tagsüber eine Bühne in der Begegnungszone bespielt. Das Unterhaltungsprogramm, auch jenes am Abend im «Event-Zelt», ist gratis. Bei der Premiere hatte sich das kostenpflichtige Konzert von DJ Antoine als Besucher-Flop erwiesen.

Selbstbewusst auftreten

OK-Präsident Röthing kann es kaum erwarten, wenn der Countdown auf www.mega-sissach.ch am Freitag um 17 Uhr «0 Tage, 0 Stunden, 0 Minuten» anzeigt. Dann können er und all seine Mitstreiter die Ernte für die langwierige Vorbereitungsarbeit einfahren.

Daniela Schneeberger, Präsidentin des Gewerbevereins Sissach, freut sich insbesondere auf die Gespräche mit Ausstellern und Besuchern während der drei Mega-Tage. Selbst als Vereinspräsidentin staune sie immer wieder über die Vielfalt der Betriebe in Sissach und Umgebung.

Das lokale Gewerbe erweise sich angesichts des starken Frankens als ­äusserst widerstandsfähig, sagt Schneeberger. Selbst Unternehmen, denen der Euro zusetzt, stünden verhältnismässig gut da. Dies dank Kundennähe, individueller Beratung, hoher Qualität von Arbeit und Produkten oder der Weitergabe von Währungsvorteilen. «Diese Qualitäten sowie ihre Rolle als Arbeitgeber und Lehrbetriebe müssen die Unternehmen immer und immer ­wieder betonen», fordert die freisinnige Nationalrätin. Eine Leistungsschau wie die Mega sei die ideale Plattform, um Flagge zu zeigen, aber auch um Kontakte zu pflegen und zu knüpfen, und um Geschäfte einzufädeln.

Gewerbeausstellung Mega in Sissach, Öffnungszeiten: Freitag 17 bis 22 Uhr (Beizen bis 2 Uhr), Samstag 10 bis 22 Uhr (2 Uhr), Sonntag 10 bis 19 Uhr (20 Uhr). www.mega-sissach.ch (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.06.2015, 12:49 Uhr

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