Grenzach (D) / Muttenz

Kesslergrube-Sanierung Grenzach D: Muttenz legt Einsprache ein

Die Gemeinde Muttenz wehrt sich mit einer Einsprache gegen die blosse Einkapselung des BASF-Teils der alten Deponie Kesslergrube in Grenzach (D), die gegenüber der Hard liegt.

Der BASF-Deponieteil ist mit Industriegebäuden und zwei laufenden Kläranlagen bebaut.

Der BASF-Deponieteil ist mit Industriegebäuden und zwei laufenden Kläranlagen bebaut.

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Eine regionale Grundwassermodellierung fehle, teilte die Gemeinde Muttenz am Montag mit.

Muttenz verweist auf den anderen Gruben-Teil, für den Roche verantwortlich ist: Jener werde vollständig dekontaminiert. Beim BASF-Teil hingegen sei nur eine Einkapselung für mindestens zwei Generationen sowie eine hydraulische Sicherung vorgesehen.

In der Hard, die fast vollständig auf Muttenzer Gemeindegebiet liegt, gewinnt die Hardwasser AG mittels Grundwasseranreicherung aus dem Rhein Trinkwasser für Basel und Umgebung.

Bis anhin hat laut Gemeindemitteilung keine regionale, grenzüberschreitende Grundwassermodellierung stattgefunden. Der Gemeinderat werde wegen der Art der Sanierung vorsorglich Beschwerde einreichen gegen die Verbindlichkeitserklärung, welche einer Sanierungsverfügung entspricht.

Auch Grenzach wehrt sich

Anfang Dezember hatte bereits die Standortgemeinde Grenzach den Entscheid der zuständigen übergeordneten Behörde für die Einkapselung kritisiert. Dieser sei mit einer Perspektive von 50 Jahren zu kurzsichtig. Grenzach hatte deshalb umgehend eine Einsprache angekündigt. Ihr Ziel bleibe ein Totalaushub. Kritisiert wird auch der sofortige Beginn der umstrittenen Einkapselung.

Das Landratsamt Lörrach hatte das BASF-Konzept mit der Einkapselung am 2. Dezember grundsätzlich genehmigt - die Totalsanierung der Roche-Teile war bereits im November bewilligt worden. Das BASF-Konzept sei nach den Vorgaben des Bundesbodenschutzgesetzes «fachlich geeignet, rechtlich zulässig und daher zu genehmigen».

Die Kesslergrube muss saniert werden, weil im Abstrom davon giftige Substanzen festgestellt wurden, die das Grundwasser gefährden. Im BASF-Teil geht es um rund 28'000 Quadratmeter, worauf teils Gebäude sowie eine Kläranlage stehen und Leitungen liegen. Die Sanierung soll im Frühsommer 2015 beginnen und 2017 abgeschlossen sein.

Einkapselung billiger als Totalaushub

Vorgesehen ist auf 800 Metern Länge der Einbau einer 20 bis 30 Meter tiefen unterirdischen Dichtwand von einem Meter Dicke sowie eine Oberflächenabdichtung. Zudem soll einströmendes Grundwasser über Jahrzehnte abgepumpt und gereinigt werden. Die Sanierungskosten schätzt das Landratsamt derzeit auf rund 26 Millionen Euro. Die Kosten übernimmt die BASF.

Das Landratsamt verweist ferner auf ein im Mai präsentiertes Gutachten, gemäss dem sowohl Einkapselung als auch Totalaushub «wesentliche Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen» würden, aber langfristig ein Aushub nachhaltiger sei. Totalaushub brächte jedoch laut Amt eine starke Belastung über eine längere Bauzeit und Kosten von über einer halben Milliarde.

Der Totalaushub des Roche-Teils der Kesslergrube wird derweil auf rund 239 Millionen Euro geschätzt; der Basler Konzern trägt das allein. Der Totalaushub soll 2021 abgeschlossen werden. In der Kesslergrube, die ab Ende der 50er-Jahre als Mischdeponie betrieben wurde, liegt unter anderem fester Chemiemüll der Hoffmann-La Roche und der BASF-Vorgängerin Ciba-Geigy.

Die Kesslergrube liegt im Rheinschotter; in zehn bis zwölf Metern Tiefe darunter ist Fels. So liegt die Grubensohle teils im vom Rhein direkt beeinflussten Grundwasser, wie ein von Baselbieter Behörden bestelltes Gutachten von 2008 festhält. (amu/sda)

Erstellt: 22.12.2014, 16:04 Uhr

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