Basel-Stadt

Standesinitiative für kostendeckende Kindermedizin-Spitaltarife

Kostendeckende Tarmed-Tarife für die Kindermedizin will das baselstädtische Parlament mit einer Standesinitiative verlangen. Es hat dazu einen von allen im Grossen Rat vertretenen Parteien unterschriebenen CVP-Antrag an die Kantonsregierung überwiesen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) leidet unter einer strukturellen Unterdeckung bei ambulanten Leistungen, weil die im Schweizer Tarmed-System festgelegten Tarife die realen Kosten in der Kindermedizin nicht abbilden. Einspringen müssen aufgrund der Leistungsaufträge jeweils die Trägerkantone.

Die Motionärin beziffert die so beim UKBB entstehende Lücke auf rund 10 Millionen Franken im Jahr. Die letzten Retuschen des Bundesrates am Tarifsystem bescherten dem UKBB Mindereinnahmen von mindestens 4,5 Millionen Franken. Sein ambulanter Kostendeckungsgrad sinke so von 78 auf 68 Prozent.

Den Vorstoss unterschrieben haben die Fraktionen CVP/EVP, LDP, FDP, SP, Grünes Bündnis, SVP sowie die Grossratsmitglieder der GLP. Die Überweisung wurde diskussionslos beschlossen. Die Regierung hatte sich zur Entgegennahme bereit erklärt; sie muss nun innert dreier Monate Stellung nehmen. Anhand letzterer kann der Grosse Rat dann den Antrag zum Vollzug überweisen.

Motion verlangt Standesinitiative Der Vorstoss verlangt vom Regierungsrat konkret die Einreichung einer Standesinitiative, um die Eidgenössischen Räte zu beauftragen, dass die erbrachten Leistungen in den Tarifstrukturen für die Kinderspitäler, sowohl für ambulante, als auch für stationäre Behandlungen, sachgerecht abgebildet und kostendeckend vergütet werden. 2017 hat das UKBB 97'270 Patienten ambulant behandelt; stationäre Aufenthalte wurden 6374 gezählt. Die Erträge sanken um 3,5 Prozent auf 138,9 Millionen Franken, wobei ein Defizit von 2,68 Millionen Franken resultierte. Das Budget für das laufende Jahr sieht ein Defizit von 4,3 Millionen Franken vor. Die Fallpauschalen lassen laut UKBB-CEO Marco Fischer allen Schweizer Kinderspitälern zu wenig Zeit für die nötige Behandlung. Am grössten ist die Deckungslücke bei den Neugeborenen. Laut UKBB-Leitung sind die Löhne in der Kindermedizin vergleichsweise tief. (amu/sda)

Erstellt: 16.05.2018, 19:56 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Paid Post

Ein Ex-Einbrecher packt aus

Der ehemalige Einbrecher Hammed Khamis hat die Seiten gewechselt. Er zeigt exklusiv auf, wie Einbrecher vorgehen.

Kommentare

Blogs

Sweet Home So richten Sie geschickter ein

Tingler Neuer Name, neues Glück

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Volle Lippen: Indische Künstler verkleiden sich während des Dussehra Fests in Bhopal als Gottheit Hanuman. (19.Oktober 2018)
(Bild: Sanjeev Gupta/EPA) Mehr...