Streit um Rückbau der Rheinstrasse

Für die Verlegung der Rheinstrasse im Entwicklungsgebiet Salina Raurica hat der Landrat 57,7 Millionen Franken bewilligt. Umstritten war der Rückbau der bestehenden Strasse.

Für eine optimale Erschliessung von Salina Raurica wird die bestehende Hauptstrasse vom Rheinufer in die Nähe der Autobahn A2 verlegt.

Für eine optimale Erschliessung von Salina Raurica wird die bestehende Hauptstrasse vom Rheinufer in die Nähe der Autobahn A2 verlegt. Bild: Florian Bärtschiger

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Der Landrat sprach den Baukredit von maximal 51,86 Millionen Franken mit 59 zu 6 Stimmen bei 13 Enthaltungen. Daneben bewilligte das Parlament zusätzliche 4,74 Millionen Franken für den Landerwerb, für den es 2009 schon 10,5 Millionen Franken gesprochen hatte. Weitere 900'000 Franken bewilligte der Landrat für ein Verkehrs- und Mobilitätsmanagement.

Für eine optimale Erschliessung von Salina Raurica wird die bestehende Hauptstrasse vom Rheinufer in die Nähe der Autobahn A2 verlegt. Die neue zweispurige Verbindung zwischen Pratteln und Augst ist als Hauptverkehrsstrasse konzipiert und 2,4 Kilometer lang. Im Westen schliesst die neue Strasse kurz nach dem Knoten Salinenstrasse/Rheinstrasse an die bestehende Rheinstrasse an. Im Osten wird sie mit einem neuen Kreisel an die Frenkendörferstrasse angebunden. Entlang der neuen Strasse sind drei Kreisel und zwei Unterführungen geplant.

Streit um Strassen-Rückbau

Die bestehende Prattler Rheinstrasse wird über eine Länge von 1,4 Kilometern zurück gebaut. Sie soll dereinst Fussgängern und Radfahrern dienen. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich gemäss Landratsvorlage mitsamt 3,9 Millionen für die Projektierung auf 71 Millionen Franken.

Der vorgesehene Rückbau wurde von einem Teil der FDP-Fraktion kritisiert. Dieser wollte das Geschäft an die vorberatende Bau- und Planungskommission zurückweisen und die Kosten für einen Vollausbau prüfen lassen. Es würden Kapazitäten abgebaut, die geplanten Kreisel seien zu klein und ein übergeordnetes Verkehrskonzept fehle. Zudem müssten zuerst konkrete Pläne für Salina Raurica entwickelt werden.

Die SP hielt dagegen, es sei kein Kapazitätsabbau, da ja ein Ersatz gebaut werde. Dem Rückbau der Rheinstrasse habe der Landrat zudem 2009 mit dem Spezialrichtplan zu Salina Raurica zugestimmt, hiess es seitens CVP/BDP-Fraktion.

Baudirektorin Sabine Pegoraro betonte, dass die neue Strasse ein Schlüsselprojekt für Salina Raurica sei. Die geplanten Kreisel könnten den Verkehrsfluss bewältigen und seien bei Bedarf ausbaubar. Der Rückweisungsantrag scheiterte mit 56 zu 15 Stimmen bei 8 Enthaltungen. Neben einzelnen FDP-Landräten stimmten vereinzelte SVP-Parlamentarier für eine Rückweisung.

Bundesgelder erwartet

Die Baselbieter Regierung geht davon aus, dass sich auch der Bund mit Mitteln aus dem Agglomerationsprogramm finanziell am Projekt beteiligen wird. An die Strassenverlegung und den Rückbau der Pratteler Rheinstrasse steuert der Bund gemäss Landratsvorlage maximal 16,34 Millionen bei.

Weitere rund zwei Millionen Franken Bundesgelder sollen für den Knoten Frenkendörferstrasse fliessen. Zudem erwartet der Kanton eine Beteiligung der Gemeinde Pratteln für zwei Verkehrsknoten in der Höhe von rund 1,36 Millionen Franken.

Die Arbeiten an der neuen Hauptverkehrsstrasse sollen 2020 aufgenommen werden, wie der Vorlage zu entnehmen ist. Die Inbetriebnahme ist für 2024 geplant. Für die Erschliessung von Salina Raurica ist neben der neuen Strasse auch die Verlängerung der Tramlinie 14 vorgesehen. Bereits in Betrieb ist eine S-Bahn-Station für das Entwicklungsgebiet, in dem Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sowie Wohnungen entstehen sollen. (pre/sda)

Erstellt: 18.05.2017, 12:30 Uhr

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