Buchenholz kann mehr als brennen

Bauen mit Holz boomt. Die Buche kommt dabei aber kaum zum Zug, das soll sich ändern. Der Waldwirtschaftsverband beider Basel hat Grosses vor – mit dem Holz, das bisher vor allem dem Cheminée dient.

Buchenwälder sind in der Schweiz häufig und nehmen zu Lasten von Nadelwäldern zu. Es sei an der Zeit in der Laubholzverwertung neue Wege zu gehen, sind sich die Fachleute einig.

Buchenwälder sind in der Schweiz häufig und nehmen zu Lasten von Nadelwäldern zu. Es sei an der Zeit in der Laubholzverwertung neue Wege zu gehen, sind sich die Fachleute einig. Bild: Keystone

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Schweizer Wälder haben einen hohen Laubholzanteil, die Buche ist besonders häufig in der Nordwestschweiz. Obschon es sich um ein hochwertiges Hartholz handelt, ist die Verwendung bisher beschränkt. «Das Holz saugt viel Wasser, verkrümmt sich und macht Schwierigkeiten beim Verleimen», erklärt ETH-Holzbauingenieur Hermann Blumer. Die Fichte ist das bevorzugte Holz der Zimmermänner, Buche wird vor allem zu Brennholz verarbeitet.

Nicht erst seit die SBB ihre Eisenbahnschwellen in Polen bestellt ist der Absatz für Buchenholz in der Schweiz auf historischem Tiefstwert. Dabei wären Alternativen zu den Nadelhölzern gefragt, denn diese können den Holzbau-Boom langfristig nicht abdecken.

«Man muss die Buche verstehen»

Der Waldwirtschaftsverband beider Basel (WbB) hat nun mit Fachleuten aus der Holz- und Baubranche ein Anlagekonzept entwickelt, das die Herstellung von grossformatigen Platten und Balken aus Buche ermöglicht. Von neuen Möglichkeiten für den Hochleistungsholzbau ist die Rede. «Dank ihrer hohen Festigkeit kann Buche anstelle von Stahl oder Beton eingesetzt werden», sagt Blumer und erklärt weiter, dass man die Buche mögen und verstehen müsse, um sich ihrer Vorzüge zu bedienen. Dieser Schritt sei nun erfolgt, die Zeit sei reif dafür.

Blumer war an der Realisierung des Woodstock-Gebäude in Münchenstein beteiligt, einem Pionierbau in der Verarbeitung von Laubholz und ein Signal für den neuen Holztrend. Es bestünden gute Chancen, dass innovative Buchenholzprodukte am Markt Erfolg haben werden. Mit diesem Befund ist die erste Phase des WbB-Laubholzprojekts abgeschlossen, nun steht die Realisierung von Produktionsstätten an.

Produktionshallen für Buche, aus Buche

Dazu sieht das Anlagekonzept per 2014 die Gründung eines eigens auf Buchenholz ausgelegten Säge- und Leimholzwerks vor, mit Produktionshallen, die idealerweise aus Buchenholz gebaut werden. Ein Investitionsvolumen von 20 Millionen Franken wurde veranschlagt, man hofft auf Investoren aus der Holzindustrie und ist überzeugt, dass in Buchenholz investieren langfristig sinnvoll ist. Das Projekt ist auf Kurs und wenn es diesen beibehält, dann könnten die Werke schon im Jahr 2016 fertiggestellt sein und den Betrieb aufnehmen.

Andres Klein, Präsident des Waldwirtschaftsverbands beider Basel, sieht denn auch die Nachhaltigkeit mit dem Projekt in mehreren Belangen bedient. Es gehe darum die Forstwirtschaft nachhaltig zu gestalten und mit Absatz und Verarbeitung von Buche einen konkreten Beitrag zur Entwicklung in der Nordwestschweiz zu leisten. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.11.2013, 16:04 Uhr

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Glauben an das Buchenholz: Andres Klein (Präsident WbB), Stefan Vögtli (Projektleiter Vision «Bauen mit Buche»), Hermann Blumer (ETH-Holzbauingenieur) und Lukas Hasler (Präsident Holzbau Schweiz). (Bild: Dominik Osswald)

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