Das Baselbiet erhält eine Landschreiberin

Die Findungskommission schlägt die Baselbieterin Elisabeth Heer Dietrich als Nachfolgerin des zurückgetretenen Landschreibers Peter Vetter vor.

Elisabeth Heer Dietrich ist seit 2011 Generalsekretärin der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug.

Elisabeth Heer Dietrich ist seit 2011 Generalsekretärin der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug. Bild: Landeskanzlei BL

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Elisabeth Heer Dietrich soll neue Landschreiberin des Kantons Basel-Landschaft werden. Die Findungskommission empfiehlt dem Landrat die 1974 geborene Juristin zur Wahl als Nachfolgerin von Peter Vetter. Sie wäre die erste Frau in diesem Amt.

Für das ausgeschriebene Amt des Landschreibers waren insgesamt 31 Bewerbungen eingegangen, wie die vom Landrat eingesetzte neunköpfige Findungskommission am Mittwoch mitteilte. Die Nomination der parteilosen Elisabeth Heer Dietrich sei einstimmig erfolgt. Die Wahl ist im Landrat auf den 22. März angesetzt.

Elisabeth Heer Dietrich ist seit Herbst 2011 Generalsekretärin der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug, nachdem sie ein Jahr lang stellvertretende Generalsekretärin gewesen war. Zuvor hatte Heer nach Anstellungen in der Privatwirtschaft beim Bundesamt für Polizei in verschiedenen Funktionen gearbeitet.

Heer ist im Kanton Basel-Landschaft aufgewachsen. Nach dem Jus-Studium an der Universität Basel erwarb sie am Europainstitut Basel den Titel eines Master of Advanced European Studies. Berufsbegleitend besuchte sie verschiedene Weiterbildungen für Kadermitarbeitende.

Elisabeth Heer Dietrich verfüge über eine hohe fachliche Qualifikation und langjährige Verwaltungserfahrung, heisst es im Bericht der Findungskommission. Sie habe sich im mehrstufigen Bewerbungsverfahren als «dienstleistungsorientierte, glaubwürdige und selbstbewusste Persönlichkeit» präsentiert.

Die 43-Jährige lebt derzeit in Luzern. Eine Wohnsitznahme ist für dieses Amt nicht vorgeschrieben. Laut Kommission hat Heer Dietrich angekündigt, ins Baselbiet ziehen zu wollen.

Amtsantritt per August geplant

Im Falle einer Wahl hat sich Elisabeth Heer Dietrich gemäss Kommissionsbericht mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber schon über eine verkürzte Kündigungsfrist einigen können. Ihr Stellenantritt als Landschreiberin ist demnach per 1. August 2018 vorgesehen. Die am 1. April 2018 beginnende Amtsperiode dauert bis zum 31. März 2022.

Vetter hatte im vergangenen September seine Kandidatur für eine zweite Landschreiber-Amtszeit zurückgezogen und dies mit grossem Kräfteverschleiss begründet. Er ist künftig Partner in einer Basler Anwaltskanzlei; die Landeskanzlei hat er Mitte Februar verlassen. Vetter war im November 2013 zum Landschreiber gewählt worden.

Ein Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landrats hatte im vergangenen Jahr Schwachstellen bei der Führung der Landeskanzlei aufgezeigt. In der Parlamentsdebatte zum Bericht im August erhielt Vetter, der der SP angehört, indes Rückendeckung von den meisten Parteien. Aussagen des GPK-Präsidenten (SVP) wurden scharf kritisiert.

Interimistische Leitung

Seit Mitte Februar wird die Landeskanzlei interimistisch von Vetters Stellvertreter Nic Kaufmann geleitet, wie die Regierung Ende Januar bekannt gegeben hatte. Die bisherige Organisation werde in der Übergangszeit grundsätzlich beibehalten; das Sicherstellen des Tagesgeschäfts sowie zwingende Aufgaben würden priorisiert.

Der Landrat hatte die Findungskommission im Herbst eingesetzt. Sie wurde aufgrund der Fraktionsgrössen aus je zwei Mitgliedern von SVP, SP und FDP sowie je einem Mitglied der Fraktionen von Grüne/EVP, CVP/BDP und GLP/G-U gebildet. Die Regierung hatte Sicherheitsdirektor Isaac Reber als beratende Stimme delegiert.

Trotz «einiger kritischer Medienberichte» habe sich während des Bewerbungsverfahrens erwiesen, dass die Position des Landschreibers im Kanton Basel-Landschaft «sehr attraktiv» sei, hält die Kommission im Bericht fest. Die Stellenausschreibung habe zahlreiche «gut bis hervorragend qualifizierte Personen» angesprochen. (amu/sda)

Erstellt: 07.03.2018, 11:36 Uhr

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