Der Kapitän geht mit einer Jubiläumsinitiative von Bord

An der GV der Handelskammer beider Basel übergibt Thomas Staehelin nach 16 Jahren das Präsidium an Elisabeth Schneider.

An der GV der Handelskammer beider Basel übergibt Thomas Staehelin nach 16 Jahren das Präsidium an Elisabeth Schneider.

An der GV der Handelskammer beider Basel übergibt Thomas Staehelin nach 16 Jahren das Präsidium an Elisabeth Schneider.

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Die Handelskammer beider Basel (HKBB) hat einen bewegten Wochenauftakt hinter sich. Am Montagmorgen lancierte die Verbandsspitze die «Jubiläumsinitiative», um anlässlich des 20-jährigen Bestehens ein Zeichen in Sachen Digitalisierung zu setzen. Am Abend folgten dann an der Generalversammlung die Verabschiedung des langjährigen Präsidenten Thomas Staehelin, dessen Stabsübergabe an CVP-­Nationalrätin Elisabeth Schneider-­Schneiter sowie die Rede von Bundesrat Guy Parmelin (SVP).

Der Verteidigungsminister sprach im San-Francisco-Saal des Congress Centers vor 650 Gästen darüber, wie Wirtschaft und Armee gegenseitig voneinander lernen und profitieren können. In den letzten Jahren habe es tief greifende Veränderungen gegeben. Die Einschränkungen, die das Milizsystem mit sich bringe, würden aufseiten der Arbeitgeber, insbesondere bei ausländischen Unternehmen, aber immer häufiger für Unzufriedenheit sorgen, weil Arbeitskräfte für mehrere Wochen abwesend seien. «Ich bin überzeugt, dass eine erhöhte Durchlässigkeit von Wirtschaft und Militär für uns alle grosse Vorteile bringt», umschrieb Parmelin seinen Lösungsansatz. Den Firmenchefs müsse allerdings noch besser bewusst gemacht werden, welche Vorteile aus der Milizarbeit für sie erwachsen würden.

Zuvor hatte Wirtschaftsanwalt Stae­helin, welcher der HKBB 16 Jahre vorgestanden war, ein persönliches Fazit gezogen. Er habe den Verband stets «sehr gerne und mit Herzblut» geführt. «Mit Stolz können wir uns heute die einflussreichste Handelskammer der Schweiz und den grössten bikantonalen Wirtschaftsverband nennen.» Dies sei nicht alleine sein Verdienst, sondern auf das Engagement vieler Einzelner im Vorstand und in den Fachkommissionen zurückzuführen. «Uns gelang – und gelingt es immer wieder – Brücken zu schlagen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Und diese Funktion eines Wirtschaftsverbands wird mit der Internationalisierung oder Globalisierung immer wichtiger.»

Mit einer Laudatio von Vizepräsident Daniel Schenk wurde Staehelin für seine Verdienste gewürdigt. Dies taten im Anschluss in einer Filmeinspielung auch prominente Persönlichkeiten aus der ganzen Schweiz – darunter Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl, mehrere Regierungsmitglieder aus Basel-Stadt und Baselland, Baloise-Chef Andreas Burckhardt und der Basler Journalist Peter Knechtli.

Die Übergabe des Präsidiums vollzog Staehelin in einem symbolischen Akt. Er liess seine Nachfolgerin Schneider-Schneiter die Glocke läuten, mit der er seine Vorstandssitzungen jeweils zu eröffnen pflegte. Die neue HKBB-Präsidentin betonte in einer kurzen Ansprache, sie wolle den Erfolgskurs fortführen. Der HKBB sei es schon immer gelungen, Wirtschaft und Politik in einen Dialog zu bringen.

«Are you digital?»

Einen letzten Akzent hatte Staehelin gestern Vormittag gesetzt, als er mit HKBB-Direktor Franz Saladin sowie Vorstandsmitglied und Unternehmer Urs Grütter den Medien die «Jubiläums­initiative» präsentierte. Die Handelskammer will das «digitale Unternehmertum» in der Region fördern und sicherstellen, dass die Technologieforschung an den Hochschulen stärker in die Wirtschaft einfliesst.

Die Kampagne, die unter dem Leitspruch «Are you digital?» läuft, besteht aus drei Elementen: HKBB-Mitglieder sollen in Workshops «die Möglichkeiten der digitalen Transformation» in ihrem Betrieb kennenlernen können. Die Kosten von 10 000 Franken übernimmt die HKBB zu 75 Prozent. Sofern aus diesem «Digital Checkup» ein Entwicklungs- und Forschungsprojekt entsteht, wird den Gesuchstellern solcher «Digital Projects» ein Förderbeitrag von bis zu 80 000 Franken in Aussicht gestellt.

Finanzielle Unterstützung sollen auch «Digital Talents» erhalten: Hochschulabsolventen, die eine Geschäftsidee verfolgen, mit ihrem Start-up jedoch noch ganz am Anfang stehen. Insgesamt will die HKBB für ihre Jubiläumsinitiative pro Jahr eine Million Franken einsetzen.

Auf die Frage, ob die lähmende Regulierung und Bürokratie für die Unternehmen nicht das viel drängendere Problem seien und weshalb die HKBB ihr Schwergewicht nicht auf diesen Bereich lege, antwortete Staehelin: «Man muss das eine tun und das andere nicht lassen.» Der Verband setze sich unabhängig von anderen Tätigkeitsfeldern weiterhin «permanent» für gute Rahmenbedingungen ein.

Umfrage

Nach 16 Jahren unter Thomas Staehelin übernimmt Elisabeth Schneider die HKBB. Ist sie eine würdige Nachfolgerin von Thomas Staehelin?

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45.8%

Nein

 
54.2%

378 Stimmen


(Basler Zeitung)

Erstellt: 13.06.2017, 07:08 Uhr

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