Doppelspur im Laufental wird geplant

Die SBB sowie die Kanton Baselland und Jura haben den Projektierungskredit für die Planung einer Doppelspur zwischen Duggingen und Grellingen aufgegleist.

Die Einspurstrecke im Laufental verhindert derzeit eine vernünftige Bahnverbindung zwischen Basel und der Romandie.

Die Einspurstrecke im Laufental verhindert derzeit eine vernünftige Bahnverbindung zwischen Basel und der Romandie. Bild: Daniel Desborough

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Der Doppelspurausbau der Bahnschienen im Laufental ist einen kleinen Schritt weiter: Am Montag haben Vertreter der SBB und der Kantone Baselland und Jura eine Vereinbarung zum Bahnangebot für die Jahre 2016 bis 2025 sowie für nötige Infrastrukturmassnahmen unterzeichnet.

Hintergrund ist eine mehrjährige SBB-Grossbaustelle bei Lausanne. Ein neuer Doppelspurabschnitt im Laufental soll vermeiden, dass während jener Baustelle ab 2021 Zugverbindungen zwischen dem Genfersee und Basel stark verschlechtert werden.

Die angelaufene Projektierung tragen die Kantone Baselland, Basel-Stadt, Jura und Solothurn. Der Baselbieter Landrat hatte im Januar einen Projektierungskredit von 3,5 Millionen Franken bewilligt, von dem das Baselbiet 2,2 Millionen übernimmt.

Anschlüsse retten

Für den Jura sei die Linie Basel-Biel «essenziell», sagte der jurassische Vize-Regierungspräsident Philippe Receveur. Sie verbinde fünf Kantonshauptorte, sei aber in den letzten Jahren von den SBB stiefmütterlich behandelt worden.

Mit dem Fahrplanwechsel 2015 fallen ab 13. Dezember alle bisher direkten ICN-Züge zwischen Basel und Genf/Lausanne via Delsberg weg: Nach Genf steigt man künftig in Biel um, nach Lausanne in Olten - letzteres lässt weniger Passagiere via Delsberg fahren.

Die Umsteigeverbindungen hätten die Kantone nur als Übergangslösung bis Ende 2020 akzeptiert, sagte die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro. Da aber ab 2021 die direkten ICN Basel-Genf/Lausanne um eine halbe Stunde versetzt fahren, braucht es dann Zusatzzüge zur vollen Stunde zwischen Basel und Biel, damit Umsteigende ihre Anschlüsse nicht verlieren. Für diese Zusatzzüge ist der Doppelspur-Abschnitt nötig.

Bundesparlament 2019 am Zug

Auf Doppelspur ausgebaut werden sollen konkret rund vier Kilometer zwischen Duggingen BL und dem Chessiloch bei Grellingen BL. Dieser Ausbau, für den die Vorlage in der ersten Hälfte 2016 angekündigt ist, soll vom Kanton Baselland vorfinanziert werden, da er im bis 2025 geltenden Bundes-Ausbauprogramm nicht aufgeführt ist.

Vorgesehen ist dieser heute auf rund 140 Millionen Franken veranschlagte Doppelspurausbau erst im STEP 2030; der Bundesrat will die Vorlage dazu dem Parlament 2018 unterbreiten. Stimmt letzteres 2019 zu, könnte man mit Vorfinanzierung - deren Verteilschlüssel noch offen ist - dann rasch bauen, damit alles 2021 steht.

Den Zeitplan nannte Pegoraro «sehr sportlich». In der Vereinbarung sei deshalb festgelegt, dass die künftigen ICN erst dann um eine halbe Stunde versetzt werden dürfen, wenn die Zusatzzüge fahren können, also der Chessiloch-Doppelspurabschnitt steht.

Faktische Aufwertung ab 2021

Vor der feierlichen Unterzeichnung in Grellingen BL vom Montag sprach der Direktor der Bundesamtes für Verkehr, Peter Füglistaler, von einem «Bekenntnis» für die Verbindung Basel-Genfersee, das dank Kompromissbereitschaft von allen Partnern gelungen sei.

Für die SBB hielt Regionalkoordinator Michel Berchtold fest, dass die Vereinbarung auf heutigen Plänen und Daten basiere. Anpassungen aus technischen Gründen oder wegen der Nachfrageentwicklung seien nicht ausgeschlossen.

Mit dem Regel-ICN zur halben Stunde und den Zusatzzügen zur vollen Stunde werde die Linie ab 2021 aufgewertet, hielt Berchtold fest. - Falls genügend Rollmaterial vorhanden ist, könnte übrigens schon vor 2021 die Direktverbindung Basel-Genfersee wieder aufgenommen werden. (amu/sda)

Erstellt: 30.11.2015, 11:40 Uhr

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