Experiment mit der Weissen Frau

Eine mysteriöse Erscheinung hält Anfang der 80er-Jahre die Region in Atem: Eine bleiche Autostopperin verschwindet im Belchentunnel plötzlich aus fahrenden Autos. Was hat es mit diesem Belchen-Geist auf sich?

Kühle Energie: Das Medium Florence Zumbihl hat die Weisse Frau im Belchentunnel zu sich ins Auto eingeladen.

Kühle Energie: Das Medium Florence Zumbihl hat die Weisse Frau im Belchentunnel zu sich ins Auto eingeladen. Bild: Roland Schmid

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Montag 9.30 Uhr. Wir fahren auf der A2 von Basel Richtung Egerkingen. Unser Ziel ist der Belchentunnel. Dort will Florence Zumbihl, ein Medium, Kontakt mit der Weissen Frau vom Belchen aufnehmen.

Vor knapp 30 Jahren taucht die bleiche Gestalt zum ersten Mal auf. Die junge, weiss gekleidete Frau stehe nahe bei der Tunneleinfahrt, heisst es. Manchmal fahre sie sogar mit und verschwinde dann wieder. Die Weisse Frau wird zur modernen Sage. Jeder weiss vom Hörensagen von jemandem, der sie gesehen haben will.

«Es passiert öppis Schrecklichs»

Im September 1983 erscheint die Weisse Frau abermals. Dieses Mal gibt es Zeugen für den Vorfall. Zwei angehende Juristinnen fahren durch den Belchen. Sie wollen an die Herbstmesse in Solothurn. Mitten auf der Autobahn, kurz vor dem Tunnel, steht eine bleiche, dunkel gekleidete Frau, die Autostopp macht. Die Juristinnen lassen die Frau einsteigen und fahren weiter. Auf die Frage, ob es ihr gut gehe, antwortet diese: «Nei, leider nid. Es goht gar nid guet. Es passiert öppis Schrecklichs, öppis ganz Furchtbars!» Als sich eine der Juristinnen umdreht, um nachzufragen, ist die bleiche Frau verschwunden. Die beiden jungen Frauen fahren verstört ins Restaurant zur Spanischen in Härkingen und rufen die Polizei an. Die Geschichte macht Schlagzeilen. Seither ist es ruhig um die Weisse Frau.

Das Experiment

Nun fahren wir also in Richtung Belchentunnel. Das Medium, Florence Zumbihl, ist 43 Jahre alt. Seit sieben Jahren nimmt sie beruflich Kontakt mit Verstorbenen auf. Verstorbene, sagt sie, leben in einer Parallelwelt und erscheinen nur, wenn etwas Wichtiges ansteht oder wenn sie gerufen werden. Zumbihl ist in Hägendorf aufgewachsen – also unmittelbar neben dem Belchen. Die Geschichte der Weissen Frau kennt sie aus ihrer Jugendzeit: «Ich habe mehrmals gespürt, dass hier etwas ist, als ich durch den Tunnel gefahren bin. Aber sie ist mir leider nie erschienen. Allerdings sass ich immer hinter dem Steuer und konnte mich nicht aktiv mit ihr auseinandersetzen», so Zumbihl.

Heute sitzt sie deshalb auf dem Rücksitz, damit sie sich auf die Energie der Weissen Frau einlassen kann. «Ich spüre schon seit heute Morgen, dass sie hier ist. Ich werde meine Aura ausdehnen und sie einladen, sich uns zu zeigen», so Zumbihl. Der Belchentunnel taucht auf. Florence Zumbihl sitzt still auf dem Rücksitz – die Hände auf dem Schoss, Handflächen nach oben. Ich selber sehe und spüre nichts. Auch Florence Zumbihl sieht die Weisse Frau nicht, doch sie spüre sie: «Es war eine kühle Energie. Ich hätte aber gerne, dass sie sich zeigt, damit auch ihr sie sehen könnt.» Deshalb machen wir eine Schlaufe über Egerkingen und Diegten und fahren nochmals durch den Belchen. «Hier hat die Frau Autostopp gemacht. Ich nehme sie auf der energetischen Ebene stark wahr», sagt Zumbihl kurz vor der Einfahrt. Wir fahren schweigend durch den Tunnel.

Unruhige Mutter

Nach der Fahrt erzählt das Medium, was es in Erfahrung bringen konnte: «Ich habe das Bild einer Frau gesehen, die aus dem Bett aufschreckt, weil sie eine Vorahnung hat. Sie hat im Baselbiet gelebt. Sie wollte damals so schnell wie möglich auf die andere Seite des Tunnels, weil jemand aus ihrer Familie in Gefahr war. Ich höre in diesem Zusammenhang den Namen Anna. Zudem macht sie mir einen unruhigen Eindruck. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch erdverbunden. Sie hatte wohl das Gefühl, dass sie noch lebt, deshalb hat sie Autostopp gemacht. Ich nehme sie als eine schüchterne Frau mittleren Alters war. Sie hatte zerzauste Haare. Sie muss auch schon Kinder gehabt haben.» All dies habe sie aus der Energie gelesen – gesehen habe sie die Verstorbene auch diesmal nicht, so Zumbihl. Das Medium geht davon aus, dass auch sonst niemand mehr die Frau im Belchen sehen wird: «Sie war nur da, weil ich sie darum gebeten habe. Sie ist nicht mehr vor dem Belchentunnel, denn sie hat ihren Frieden gefunden.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 20.07.2010, 07:54 Uhr

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Sommerserie

Der Artikel ist der Auftakt einer Serie über alte Sagen in der Region.

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