Mehr Zeit für neue Züge der Waldenburgerbahn

Bahnhersteller erhalten länger Zeit, um eine Offerte für neue Züge der Waldenburgebahn einzureichen. Grund der Fristerstreckung sind Dokumentationen für ein späteres Upgrade auf selbstfahrende Züge.

Bild: Moira Mangione

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Für die neuen Züge der künftig auf Meterspur fahrenden Waldenburgerbahn (WB) ist die Angebotsfrist verlängert worden. Statt bis Ende Februar müssen die Offerten nun per 1. Juni 2018 vorliegen. Das soll Zeit geben, die Zukunftsfähigkeit der Züge zu dokumentieren.

Vor dem Hintergrund dieser Gross-Beschaffung hatte die Baselland Transport AG (BLT) 2016 die WB übernommen. Die zehn neuen WB-Züge will sie aus Kostengründen zusammen mit der BDWM Transport AG kaufen. Letztere braucht für die Limmattalbahn ihrerseits acht baugleiche neue Züge - Mengenrabatt soll das billiger machen.

Die gemeinsame Submission war im November ausgeschrieben worden, mit einer Frist bis 28. Februar. Die beiden Besteller haben diese jedoch nun bis 1. Juni verlängert, wie die Nachrichtenagentur sda bei der BLT erfuhr. Alle Anbieter haben so drei Monate mehr Zeit für ihre Offerten. Die Zahl bisheriger Interessenten war nicht zu erfahren.

Auslöser für die Verlängerung war die Anfrage eines Herstellers nach einer Fristerstreckung. Grund war nicht die Basisvorgabe, dass die zu offerierenden Züge aktuelles Recht erfüllen müssen, sondern die Zukunftsfähigkeit. Gefragt ist namentlich als Option die stufenweise Automatisierung, also ob und wie diese künftig nachrüstbar ist.

Stufenweise Automatisierung

Beim Neustart auf der Meterspur im Jahr 2022 werden die WB-Züge «sicher mit Chauffeur» fahren, wie BLT-Direktor Andreas Büttiker auf Anfrage sagte. Nach Industriestandards gehe man derzeit von vier Stufen der Automatisierung aus; selbstfahrende Züge seien davon die letzte Stufe und Kollisionswarnsysteme die erste.

Ein Warnsystem testet die BLT gerade mit einem Tango-Tram. Dafür gebe es heute zwei Anbieter; deren Produkte stünden etwa in Frankfurt im Einsatz. Dort hätten diese Systeme Auffahrkollisionen deutlich reduziert. Bewährten sie sich im BLT-Test mit den hiesigen engen Kurven, könnte das für die WB gleich mit bestellt werden.

Was BLT/WB und BDWM dann konkret bestellen, wird indes erst anhand der eingereichten Offerten entschieden. Auch welche Hersteller tatsächlich eine Offerte einreichen, bleibe bis zum Stichdatum abzuwarten, sagte Büttiker. - Die neuen WB-Züge können übrigens ihre Probefahrten schon vor 2022 absolvieren, auf einer BDWM-Strecke. (amu/sda)

Erstellt: 28.02.2018, 14:17 Uhr

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