Ruderer wollen See im Dorneck

Der Ruderclub Basel ist begeistert von der Vision eines revitalisierten Sees in Seewen und will dort Wettkämpfe veranstalten.

Geht es nach dem Basler Ruderclub, finden Wettkämpfe wie hier auf dem Rotsee bald auch in der Region statt.

Geht es nach dem Basler Ruderclub, finden Wettkämpfe wie hier auf dem Rotsee bald auch in der Region statt. Bild: Keystone

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Der Basler Ruderclub ist von der Idee, den im 16. Jahrhundert ­trockengelegten See von Seewen zu ­revitalisieren, überzeugt. Nachdem im vergangenen April Schwarzbubenland-­Tourismus anlässlich einer Gewerbeausstellung das Projekt aus den Schubladen geholt hat, hat sich ein Vertreter des Clubs bereits mit der Gemeinde ­getroffen und sein Interesse bekundet. Dies bestätigt der Präsident des Ruderclubs Basel, Matthias Walser, gegenüber der BaZ. Der Ruderclub steht durchaus nicht nur als Bittsteller da. Er will sich an einem solchen Projekt auch beteiligen.

Dass die Ruderer durchaus imstande sind, grössere Projekte zu stemmen, wenn es darum geht, ihre Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten zu verbessern, beweist das Beispiel des Kanals bei Niffer. Auf dem Rhein-Rhone-Kanal nördlich der neuen Schleuse von Niffer ist in den vergangenen Jahren ein trinationales Ruderzentrum entstanden, an dem Deutschland, Frankreich und die Schweiz beteiligt sind. Die Anlage südlich von Freiburg wird von einem neuen grenzüberschreitenden Ruderclub betrieben, an dem neben dem Basler Ruderclub auch die Ruderclubs Blauweiss Basel, Rowing Club Mulhouse und der Ruderclub Rheinfelden/Baden sowie als Körperschaften des öffentlichen Rechts die Communauté de communes Porte de France Rhin Sud und die Kommune Niffer als Gründungsmitglieder vertreten sind.

Walser ist überzeugt, dass auch in Seewen eine vertiefte Zusammenarbeit mit verschiedenen Clubs und Trägerschaften möglich wäre. Die Ruderclubs würden nicht nur ihr gesamtes Wissen für ein solches Projekt zur Verfügung stellen, sondern auch die Technik und die notwendigen Installationen. Auch ein finanzielles Engagement oder die Suche nach Investoren hielten die Ruderer für möglich, sagt Walser.

Ein Seebner See könnte den Rotsee bei Luzern als Vorzeigeobjekt des schweizerischen Rudersports ablösen. Auf dem Rotsee werden jährlich internationale Wettkämpfe ausgetragen, die Weltruf geniessen. Analog zum Rotsee würde ein See in Seewen geradezu ideal in das Anforderungsprofil für einen alternativen Standort passen. Er würde in etwa über die gleichen Ausmasse verfügen und wegen seiner windgeschützten Lage sowie ­geringen Durchflusses und minimaler Strömung gute Wettkampfbedingungen ermöglichen.

Naturschutz und Naherholung

Der Rotsee ist 2,5 Kilometer lang, aber nur einige Hundert Meter breit. Zuschauer können damit hautnah Wettkämpfe auf dem Wasser verfolgen. Die bereits vor Jahren von der Universität Basel in einer Studie nachgewiesenen Grössenangaben in Seewen sind nahezu identisch. Das 5,3 Quadratkilometer grosse Gebiet wäre gut zwei Kilometer lang und zwischen 150 bis 400 Meter breit. Wie der Rotsee wäre auch der Seebner See schnurgerade und damit für den Einbau von Bahnen nach internationalem Standard geeignet.

Den Auflagen des Naturschutzes könnte wie am Rotsee nachgekommen werden. Der Uferbereich liesse sich als Naturschutzgebiet ausscheiden, das als Naherholungsraum genutzt werden könnte. Gemäss Walser wolle der Ruderclub Basel bereits an seiner Kommissionssitzung im August das Thema auf die Traktandenliste setzen und eine offizielle Meinung zum Thema erarbeiten, die bis jetzt eine Spontanidee engagierter Mitglieder sei.

Positive Reaktionen im Dorf

Gelgia Herzog, die in Auftrag von Schwarzbubenland-Tourismus und des Forums Regio Plus das Projekt lanciert hat, findet die Idee des Ruderclubs Basel super. Nach ihren Vorstellungen müsste jetzt eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden, die das Projekt weiterentwickelt. «Ideal wäre es, wenn sich dafür eine im Dorf anerkannte Persönlichkeit zur Verfügung stellen würde. Zwingend müsste in der Arbeitsgruppe neben der Gemeinde aber auch der Kanton Solothurn als wichtigster Landbesitzer vertreten sein. Zudem sollten die raumplanerischen Voraussetzungen geschaffen werden. Für Herzog ist klar, dass ein Seebner See der Gemeinde wichtige Im­pulse vermitteln könnte. Besonders erfreut ist sie über die vielen positiven Reaktionen aus dem Dorf. «Eine Mehrheit steht hinter dem Projekt», sagt sie. Natürlich gebe es auch Kritiker. Die Argumente, die für eine Revitalisierung sprächen, würden aber eindeutig überwiegen.

Gemeindepräsident Philippe Weber hat bereits in einer «Vision 2015» die Revitalisierung des Seebner Sees an erster Stelle aufgeführt. Nach seinen Vorstellungen sollte das Gelände erworben, ausgebaggert und als See­fläche modelliert werden. Anschliessend müsste der See­abfluss ausgebaggert und eine Wasserkraftanlage erstellt werden. Die Kläranlage würde im gleichen Zug an die ARA Birsfelden angeschlossen, die transversale Gasleitung tiefer gelegt und die Strasse von Seewen nach Himmelried verlegt werden. Ein See, so Weber, würde der Gemeinde nach­haltige Impulse vermitteln, den Nah­erholungstourismus ankurbeln, Zuzüger anlocken und Arbeitsplätze im Gast- und Hotelgewerbe sowie den Unterhalt der Infrastruktur generieren. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.07.2012, 07:20 Uhr

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