Stau und Ärger sind programmiert

Einspurig nach Basel – Die H2-Baustelle belastet den Verkehr zwischen Pratteln und Liestal schwer und verursacht erneut Wartezeiten und Ausweichverkehr.

Warten, warten: Wer von der Rheinstrasse in Liestal über die H2-Baustelle nach Basel möchte, wird sich in Geduld üben müssen.

Warten, warten: Wer von der Rheinstrasse in Liestal über die H2-Baustelle nach Basel möchte, wird sich in Geduld üben müssen. Bild: Moira Maggione

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Es geht wieder los: Das Verkehrschaos rund um die Baustelle H2 Liestal-Pratteln. Zweieinhalb Monate Ausnahmezustand und nervenaufreibendes Warten. Die Auto-Karavanen schlängeln sich durch die Dörfer auf den Ausweichrouten. «Und wir müssen wieder in den sauren Apfel beissen», sagt der Vizegemeindepräsident von Giebenach, Georges-André Etienne leicht konsterniert. Wie schon während der Bauarbeiten in den Osterferien werden viele Autofahrer den Umweg über Giebenach suchen. Oder über Arisdorf: «Der Mehrverkehr ist für uns ein grosser Risikofaktor», sagt Andreas Meyer, der Geschäftsführer des Altersheims Brunnmatt, das in Liestal an der Arisdörferstrasse liegt. Sind die Herbstferien zu Ende, wird sich die Situation noch zuspitzen.

ÖV oder grossräumiges Umfahren

Seit Montag ist die Rheinstrasse vor dem Hülftenkreisel nur noch einspurig befahrbar. Die provisorische zweite Fahrspur wurde aufgehoben, um die H2 zusammenzuschliessen. Erfahrungsgemäss werde der Stau in den nächsten Tagen stark zunehmen, sagt Björn Meyer, Teilprojektleiter beim Baselbieter Tiefbauamt. «Die Autofahrer müssen ein paar Mal anstehen, bevor der Leidensdruck grösser wird und sie der Stauzone ausweichen.» Danach gehe der Ansturm wieder leicht zurück. Um Wartezeiten zu umgehen, lohne es sich, auf die Bahn umzusteigen oder den Hülften-Kreisel ausserhalb der Stosszeiten zu befahren. «Wir empfehlen vor allem den Verkehrsknoten grossräumig zu umfahren», betont Björn Meyer. Das heisst von Liestal via Arisdorf, von Lausen via Sissach die Autobahn A2 benutzen, um nach Basel zu gelangen. Eine bessere Lösung gebe es leider nicht.

Beunruhigte Anwohner

Auf das Altersheim Brunnmatt an «ruhiger Lage», wie es auf der Homepage heisst, kommen turbulente Zeiten zu. «Unser Fussgängerstreifen vor der Haustüre wird von unseren Bewohnern sowie von Kindern und Müttern mit Kinderwagen benutzt», sagt Andreas Meyer. Der Spielplatz liegt direkt auf der anderen Strassenseite. Vor allem talwärts fahrende Autos mit «Geschwindigkeiten an der oberen Grenze» seien darum sehr gefährlich. Dies obwohl eine neue Fussgängerinsel die Situation etwas entschärfen konnte, sagt Andreas Meyer.

Auch in Giebenach beunruhigt der Ausweichverkehr. Auf dem langen Abschnitt der Kantonsstrasse durch den Dorfkern gibt es nämlich kein Trottoir. Die Fussgänger gehen entlang den Häusern am Strassenrand. «Sie haben dadurch keine Ausweichmöglichkeit», warnt Georges-André Etienne. Zu Stosszeiten reihe sich Auto an Auto. Gebe es in der Region Liestal oder Augst zudem noch einen Unfall, dann gehe gar nichts mehr, sagt Etienne. «Es gab schon Staus von der Liebrüti-Kreuzung in Augst bis Giebenach.»

Die Giebenbacher leiden

Der Mehrverkehr sei vor allem für diejenigen, die im Dorfkern wohnen, eine grosse Belastung. Diese hätten grösste Mühe, aus und in ihre Garagen zu fahren. Dieser Abschnitt der Kantonsstrasse sei auch die Schwachstelle eines Verkehrsgutachtens, das Giebenach erstellen liess. «Nun haben wir den Kanton bald so weit, dass diese Situation verbessert wird», sagt der Vizepräsident von Giebenach. Das ganze Dorf sehne sich danach, dass die Umfahrung H2 endlich fertig gestellt werde.

Darauf müssen die Giebenacher noch zweieinhalb Monate warten. Erst wenn das neue Trassee mit dem Tunnel Schönthal am 11. Dezember in Betrieb genommen wird, erfolgt eine Entlastung. Etienne meint dazu sarkastisch: «Irgendwie haben wir uns ja schon fast an das Verkehrschaos gewöhnt.»

Erstellt: 02.10.2013, 14:06 Uhr

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