«Ziele gehen uns zu wenig weit»

Grünen-Landrat Jürg Wiedemann will als Mitglied der Allianz Deponie Muttenz der Regierung bei der Sanierung genau auf die Finger schauen.

Die Chemiemülldeponie unter dem Feldrebenareal in Muttenz wurde untersucht.

Die Chemiemülldeponie unter dem Feldrebenareal in Muttenz wurde untersucht.

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40 Kernbohrungen wurden auf dem Areal der ehemaligen Chemiemülldeponie Feldreben in Muttenz durchgeführt. Zahlreiche Analysen wurden gemacht und fünf weitere Grundwassermessstellen erstellt. Auffallend dabei: In Screenings aufge- tauchte unbekannte Substanzen konnten nicht identifiziert werden. Aus diesem Grund könnten sie nicht beurteilt werden und würden deshalb auch nicht berücksichtigt. Dieses Vorgehen ruft allerdings einige Kritik hervor, etwa bei Jürg Wiedemann.

BaZ: Herr Wiedemann, einige in den Screenings aufgetauchte Substanzen konnten nicht identifiziert und somit auch nicht toxikologisch bewertet werden. Diese ignoriert man nun einfach.
Jürg Wiedemann: Beachtet der Kanton die Screenings und die unbekannten Substanzen nicht, so ist schon heute klar, dass die Sanierung der Feldrebengrube von Novartis und Co. zum Scheitern verurteilt ist. Wir werden eine solche Sanierung, die einen grossen Teil der Substanzen ausblendet, nicht akzeptieren.

Was kann die Allianz Deponie Muttenz dagegen unternehmen?
Wir werden die Forderung stellen, dass diese undefinierten Substanzen untersucht werden. Doch auch auf politischer Ebene muss man Druck auf die Regierung ausüben – etwa mit parlamentarischen Vorstössen. Denn das Trinkwasser ist zu wichtig, um fahrlässig damit umzugehen.

Ein Ziel des AUE und des Bundesamts ist es, dass die Deponie nach 50 Jahren definitiv nicht mehr sanierungsbedürftig ist. Verfolgen Sie dasselbe Ziel?
Dieses Ziel geht uns klar zu wenig weit. Wir verlangen, dass alle gefährlichen Chemikalien so rasch als möglich aus dem Boden verschwinden. Wir wollen keine Schweizerhalle-Deponie, wie sie Sandoz nach dem Grossbrand von 1986 zurückgelassen hat. Dort halten Novartis und Co. die getroffenen Vereinbarungen nicht ein. Unser Ziel ist es, dass die Deponie nachhaltig und auf dem Stand der Technik saniert wird. Deshalb wollen wir Teil sein der technischen Fachkommission. Wir sind überzeugt, dass unsere Experten, die mehrjährige Erfahrung in Deponiesanierung haben, sich konstruktiv einbringen können.

Vorgesehen ist aber, dass die Allianz Deponie Muttenz nur in der Begleitkommission Einsitz nimmt.
Dagegen wehren wir uns. Dort werden den Mitgliedern nur fertige Beschlüsse vorgelegt. Das Mitspracherecht ist in diesem Gremium sehr gering. Und auch wenn uns der Einsitz in der technischen Fachkommission verweigert wird, werden wir die Deponiesanierung streng begleiten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.09.2011, 06:10 Uhr

Jürg Wiedemann.

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Bund und Kanton wollen bei der Sanierung der Deponie Feldreben nicht alle gefundenen Substanzen berücksichtigen. Geht Ihnen die Sanierung weit genug?

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