Positive Bilanz zu Integrationsmassnahmen

Für die Integration der ausländischen Wohnbevölkerung im Kanton Basel-Landschaft haben Bund, Kantone und Gemeinden in den vergangenen vier Jahren insgesamt 16,8 Millionen Franken ausgegeben.

Massnahmen wurden in den Bereichen «Information und Beratung», «Bildung und Arbeit» sowie «Verständigung und gesellschaftliche Integration» ergriffen.

Massnahmen wurden in den Bereichen «Information und Beratung», «Bildung und Arbeit» sowie «Verständigung und gesellschaftliche Integration» ergriffen. Bild: Keystone

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Zum ersten Kantonalen Integrationsprogramm ziehen die Behörden eine positive Bilanz. Ein erfolgreiches Zusammenleben sei nur dann möglich, wenn keine Bevölkerungsgruppe benachteiligt werde, sagte der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber am Freitag vor den Medien in Liestal. Für die ausländische Wohnbevölkerung sei Integration eine Verpflichtung, keine Option.

Im Rahmen des ersten Kantonalen Integrationsprogramms (KIP) sind in Baselland von 2014 bis 2017 rund 160 Massnahmen und Projekte umgesetzt worden. Solche Massnahmen werden vom Bund mit den Kantonen festgelegt. Letztere setzen sie zusammen mit den Gemeinden um.

Massnahmen wurden in den Bereichen «Information und Beratung», «Bildung und Arbeit» sowie «Verständigung und gesellschaftliche Integration» ergriffen. Dazu gehören etwa Erstinformations- und Beratungsgespräche, Sprachkurse inklusive früher Sprachförderung sowie niederschwellige Projekte zur sozialen Integration.

Willkommensgespräche mit 5000 Personen

Mit den Integrationsprojekten angesprochen werden soll die gesamte ausländische Wohnbevölkerung, wie Martin Bürgin, Leiter des Fachbereichs Integration beim Kanton Basel-Landschaft, sagte. Dazu zählen vorläufig aufgenommene Flüchtlinge genauso wie Expats.

Von den rund 290'000 Einwohnerinnen und Einwohnern im Kanton Basel-Landschaft im vergangenen Jahr hatten gemäss Reber rund 66'000 Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das sind rund 23 Prozent der Bevölkerung.

In den vergangenen vier Jahren wurden im Baselbiet gemäss Bürgin knapp 5000 neu zugewanderte Migrantinnen und Migranten in Erstinformationsgesprächen empfangen. Beim Ausländerdienst gab es über 7100 mehrsprachige Beratungsgespräche. Im Weiteren wurden 4200 subventionierte Deutschsprachkurse durchgeführt. Fast 1500 Kinder besuchten Spielgruppen zur frühen Sprachförderung.

Integrationsstrategie für Gemeinden

Für Gemeinden mit einem «hohen Ausländeranteil» - dazu zählt Bürgin rund 15 der 86 Baselbieter Gemeinden - wurde im Rahmen der spezifischen Integrationsförderung das Projekt «communis» gestartet. Zusammen mit den Gemeinden wird dabei eine Integrationsstrategie entwickelt. Sieben Gemeinden haben «communis» bereits durchgeführt.

In Münchenstein entstanden durch das Projekt unter anderem eine Fachstelle Integration, eine Fachgruppe Integration und ein Ausländerrat, wie Gemeinderätin Heidi Frei sagte. Zudem hat die Gemeinde sieben zugewanderte «Schlüsselpersonen» angestellt, die als Brückenbauer zwischen der Gemeinde und ihren Landsleuten agieren und bei Übersetzungsarbeiten eingesetzt werden.

Im Kanton Basel-Landschaft habe sich eine «ausgezeichnete Integrationskultur» entwickelt, bilanzierte Reber. Er räumte indes ein, dass eine Erfolgskontrolle der Massnahmen schwierig sei. Bei Projekten wie der Sprachförderung für Kleinkinder würde sich ein möglicher Erfolg zudem erst verzögert zeigen.

Von den in den vergangenen vier Jahren für das KIP ausgegebenen 16,8 Millionen Franken zahlte der Bund 9,3 Millionen Franken im Rahmen der Integrationspauschale für vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge geflossen. Pro Kopf waren dies 6000 Franken pro Jahr.

Die weiteren 7,5 Millionen Franken flossen im Rahmen des Integrationsförderkredits etwa für Sprachkurse und Informationsgespräche. Für diesen Betrag kamen Bund sowie Kanton und Gemeinden je zur Hälfte auf.

Integration in Arbeitsmarkt als Schwerpunkt

Anfang Jahr wurde das zweite KIP gestartet. Es dauert erneut vier Jahre. Als Schwerpunkte wurden gemäss Bürgin die verstärkte Zusammenarbeit mit den Gemeinden definiert sowie die Integration vorläufig aufgenommener und anerkannten Flüchtlinge im Arbeitsmarkt. Hier setze auch der Bund finanziell einen Schwerpunkt, indem die Integrationspauschale erhöht werde.

Im Baselbiet läuft dazu derzeit das Pilotprojekt der Integrationsvorlehre, die bis 35-jährige Flüchtlinge ansprechen soll. Dabei ist der Kanton gemäss Bürgin auch auf die Wirtschaft angewiesen, die solche Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.

Trotz aller Massnahmen liesse sich im Rahmen der Integration Vorfälle wie etwa Handschlagaffäre wie in Therwil nicht zu 100 Prozent ausschliessen, sagte Reber. Wichtig sei, dass es für die Schulen Anlaufstellen gebe. Mit der vom Landrat beschlossenen Meldepflicht ans Amt für Migration seien zudem gesetzliche Grundlagen für schwerwiegende Fälle geschaffen worden.

Als «erfolgreich integriert» bezeichnete Bürgin eine Person, die sich an die Schweizer Gesetze hält, sich im Alltag verständigen kann, die Lebensbedingungen anerkennt und akzeptiert sowie am wirtschaftlichen, sozialen und allenfalls kulturellen Leben teilnehmt. Für Reber ist dies eine Person, die im Baselbiet «angekommen ist». (ens/sda)

Erstellt: 14.09.2018, 13:32 Uhr

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