Strassenlärm bei 22'000 Personen weiter über Grenzwert

Trotz Lärmschutzmassnahmen: 22'000 Personen werden entlang der Kantonsstrassen weiterhin von zu viel Lärm geplagt.

Im Baselbiet müssen ginsgesamt 186 Kilometer an Kantonsstrassen saniert werden. Davon sind an 163 Kilometern Lärmschutzmassnahmen bereits umgesetzt.

Im Baselbiet müssen ginsgesamt 186 Kilometer an Kantonsstrassen saniert werden. Davon sind an 163 Kilometern Lärmschutzmassnahmen bereits umgesetzt. Bild: Dominik Plüss

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22'000 Personen werden in Baselland entlang der Kantonsstrassen auch nach Umsetzung aller geplanten Lärmschutzmassnahmen von Grenzwertüberschreitungen betroffen sein. Bei 6000 Personen kann die Lärmbelastung unter den Grenzwert gesenkt werden.

Eine «deutliche Lärmreduktion» werde durch die Massnahmen insgesamt bei rund 18'000 betroffenen Personen erreicht, schreibt die Regierung am Mittwoch in der Antwort auf eine Interpellation eines SP-Landrats. Vor den Sanierungsmassnahmen seien insgesamt 28'000 Personen von Grenzwertüberschreitungen betroffen gewesen.

Im Baselbiet müssen gemäss Regierung insgesamt 186 Kilometer an Kantonsstrassen saniert werden. Davon sind an 163 Kilometern Lärmschutzmassnahmen bereits umgesetzt. Der Kanton schöpfe dabei alle «möglichen und verhältnismässigen Massnahmen» aus, wie den Einbau eines lärmreduzierenden Belags, Lärmschutzwände oder Temporeduktionen.

Temporeduktionen wurden gemäss Regierung in zahlreichen Gemeinden vorgenommen. Auf mehreren Strassenabschnitten sei die Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert worden, an einem Strassenabschnitt von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde. Kein Abschnitt an Kantonsstrassen wurde bislang mittels Temporeduktion auf 30 Kilometer pro Stunde lärmsaniert.

Von den 186 Kilometern an sanierungspflichtigen Kantonsstrassen würden indes nach der Umsetzung von Massnahmen nur entlang von 40 Kilometern bei allen angrenzenden Gebäuden die Grenzwerte eingehalten, wie es weiter heisst. An den übrigen Strassenzügen gibt es trotz der Massnahmen weiterhin Grenzwertüberschreitungen.

Über 2100 Erleichterungen

Diese Überschreitungen können gemäss Regierung teilweise auch nur einzelne Gebäude, Räume oder Fenster pro Strassenkilometer betreffen. Der Kanton geht davon aus, dass unter dem Strich bei insgesamt 2600 Gebäuden die Lärmwerte auch nach den umgesetzten Massnahmen über dem Immissionsgrenzwert liegen.

Wenn weiterführende Lärmschutzmassnahmen aus Sicht des Kantons nicht möglich sind, kann die Bau- und Umweltschutzdirektion für jene Gebäude mit Grenzwertüberschreitungen Erleichterungen verfügen. Diese befreien den Kanton von einer weiteren Sanierungspflicht. Bisher existieren gemäss Regierung rechtskräftige Verfügungen mit Erleichterungen für 2121 Gebäude. Diese seien über den gesamten Kanton verteilt.

Die eidgenössische Lärmschutz-Verordnung verpflichtet den Kanton als Strasseneigentümer der Kantonsstrassen, sämtliche lärmbelasteten Strassenabschnitte zu sanieren. Die Frist für Sanierungsmassnahmen war Ende März abgelaufen. Im Kanton Basel-Landschaft sind mehrere Belagssanierungen aufgrund der Mehrjahresplanung noch ausstehend. (amu/sda)

Erstellt: 13.06.2018, 13:50 Uhr

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